Agrarpolitik für Junglandwirt:innen

Die Agrarpolitik, für die sich die jungen Leute im BDL einsetzen, soll
jungen Landwirt:innen Planungsgrundlagen für eine wirtschaftliche Entwicklung ihrer Unternehmen bieten.
Sie beseitigt Wettbewerbsverzerrungen,
betreibt eine offensive Niederlassungspolitik und
ermöglicht Junglandwirt:innen einen Start ins Unternehmertum.
Sie ermöglicht eine zukunftsweisende, agrarsoziale Sicherung und
honoriert entsprechende Umweltleistungen, die über eine gute fachliche Praxis hinausgehen.
Internationales Jahr der Frauen in der Landwirtschaft 2026:

Berlin, Januar 2026 – Eine Allianz aus neun Verbänden aus der Landwirtschaft, den ländlichen Raum, der Wirtschaft und Politik begrüßt die Entscheidung der Vereinten Nationen, das Jahr 2026 als „International Year of the Woman Farmer“ auszurufen. Damit rückt die zentrale Rolle von Frauen in der Landwirtschaft weltweit in den Fokus.
Ob als Unternehmerinnen, Landwirtinnen oder Fachkräfte: Frauen in der Landwirtschaft schaffen täglich Wert und Werte – für die Wirtschaft und für die ländlichen Räume. Sie gründen Betriebe und neue Betriebszweige, übernehmen Verantwortung für Mitarbeitende, bringen Innovationen auf die Höfe und tragen diese in ihre Netzwerke. Zudem begeistern sie die nächste Generation für ein zukunftsstarkes Berufsfeld.
Trotz positiver Entwicklungen bestehen weiterhin strukturelle Hürden, insbesondere bei Betriebsübernahmen und beim Aufstieg in Führungspositionen. Laut Eurostat (2020) liegt der Anteil von Frauen in landwirtschaftlichen Führungspositionen EU-weit bei rund 32 Prozent. In Deutschland werden nach Agrarstatistik lediglich 11 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geführt – damit ist Deutschland im europäischen Vergleich Schlusslicht.
Die Verbändeallianz zeigt in acht zentralen Handlungsfeldern auf, wie Gleichstellung, Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft in der Landwirtschaft durch politische, soziale und wirtschaftliche Maßnahmen gestärkt werden können.
Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Frauen in der Landwirtschaft nachhaltig zu verbessern und ihre Potenziale sichtbar zu machen.
Das Positionspapier vom 19.01.2026 zum Download:
BDL zur EU-Strategie zum Generationenwechsel
Die EU-Kommission hat für den Herbst 2025 eine Strategie für den Generationenwechsel in der Landwirtschaft angekündigt. Der BDL-Vorstand begrüßt die Zielsetzung landwirtschaftliche Familienbetriebe zu stärken und den Zugang zu Kapital für junge Betriebsleiter:innen zu verbessern und stellt klar welche Hindernisse abgebaut werden müssen, damit diese Ziele erreicht werden. Kritische Punkte sind unter anderem der Zugang zu Boden und Krediten, die Umsetzung agrarwissenschaftlicher Innovationen, fehlende Infrastruktur im ländlichen Raum und zu kurzfristige Förderzeiträume.
Die Stellungnahme vom 08.07.2025 zum Download:
Weitere agrarpolitische BDL-Forderungen zum Download
Zukunft selbst gestalten
Zum einen versteht sich der BDL als Interessenvertretung des jungen landwirtschaftlichen Berufsstandes, die sich für die spezifischen Bedürfnisse der Auszubildenden, jungen Unternehmer:innen und Arbeitnehmer:innen in der Landwirtschaft gegenüber Politik und Öffentlichkeit einsetzt. Zum anderen arbeiten wir langfristig an der Verwirklichung unserer Ziele. Zu denen gehören eine zukunfts- und wettbewerbsfähige Landwirtschaft, flächendeckende Bewirtschaftung, langfristig verlässliche politische Rahmenbedingungen, Akzeptanz der Zahlungen an die Landwirtschaft in der Gesellschaft, Transparenz der Agrarpolitik sowie Abbau der Bürokratie.
Mitreden #leichtgemacht
Um den jungen Berufsstand zu fördern, veranstalten wir als BDL eine ganze Reihe von Fachveranstaltungen mit politischem Background, von denen die Teilnehmer:innen auch persönlich profitieren. Im Januar findet zum Beispiel auf der Grünen Woche in Berlin der Junglandwirt:innen-Kongress statt, im Sommer ein Junglandwirt:innen-Lunch im Rahmen der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes. Und dann gibt es da den BDL-Arbeitskreis Agrarpolitik, in dem die Junglandwirt:innen agrarpolitische Themen diskutieren, eigene Konzepte für eine zukunftsweisende Landwirtschaft entwickeln und ihre Ziele gegenüber der Gesellschaft und der Politik bündeln. Ein wichtiges Ziel ist es, der Öffentlichkeit ein positives Bild einer modernen Landwirtschaft zu vermitteln, mit innovativen Ideen die Landwirtschaft weiterzuentwickeln und ihre Zukunft selbst zu gestalten.
Und noch eins: Den Aktiven im BDL geht es bei alledem auch darum, junge Landwirt:innen zu motivieren, selbstbewusst ihre Interessen und Positionen zu vertreten, sich in die politischen Diskussionen einzumischen, um so den agrarpolitischen Rahmen aktiv mitzugestalten. Das hat sich das Projekt Junglandwirt:innen auf die Fahnen geschrieben. Das will dem landwirtschaftlichen Nachwuchs eine Plattform bieten, um Meinungen und Erfahrungen offen austauschen, den persönlichen Horizont erweitern und neue Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen zu können. Aber eben nicht bundesweit, sondern vor Ort. Vielmehr sollen die Informationen von unten nach oben fließen. Was vor Ort passiert, kann durchaus für die Bundesebene relevant sein.



Digitalisierungsfortschritt in der Landwirtschaft

Für die Junglandwirt:innen im BDL hat die Digitalisierung eine weitere Dimension, denn Smart Farming eröffnet ihnen neue Möglichkeiten. Durch die Verknüpfung von Landtechnik und Datenverarbeitung, durch die Vernetzung der einzelnen Betriebsbereiche und ihrer Komponenten können die einzelnen Arbeitsschritte besser aufeinander abgestimmt, die eigenen Kapazitäten gezielter eingesetzt, Ressourcen und Umwelt geschont werden. Das kommt Junglandwirt:innen und der Gesellschaft zugute. Der BDL fordert mehr Unterstützung der Forschung im Bereich Landwirtschaft 4.0. Die Anschaffung der Precision-Farming-Technik ist (sehr) kostenintensiv. Darum fordert der BDL eine besondere Investitionsförderung für die Anschaffung von innovativer Technik und Geräten mit Dateninformationssystemen. Für die Junglandwirt:innen ist eine zweckgebundene Smart-Farming-Förderung nicht nur eine Investition in die Zukunft der Betriebe, sondern eine Investition in den gesamten ländlichen Raum.
Innovationen gemeinsam gestalten
Zugleich müssen Landwirt:innen stärker in die Entstehungsprozesse technologischer Innovationen einbezogen werden. Nur wenn sich die Digitalisierung in der Landwirtschaft mehr an den Bedürfnissen des Berufsstands orientiert und nicht allein an dem, was technisch machbar ist, lassen sich die Chancen des technologischen Wandels in der Fläche nutzen. „In sich ständig verkürzenden Abständen werden neue digitale Anwendungen entwickelt und auf den Markt gebracht. Das mag innovativ sein, führt aber über kurz oder lang zu Umsetzungsproblemen und bringt das Land nur mühsam voran“, so Kathrin Muus, stellvertretend für den BDL-Bundesvorstand. Aus dessen Sicht müssten vielmehr zuerst die ländlichen Räume analysiert, die Herausforderungen der Landwirt:innen identifiziert und darauf aufbauend gezielt neue Technologien entwickelt werden. „Digitale Transformation passiert auch in der Landwirtschaft nicht einfach, sie muss aktiv begleitet werden. Das ist eine Frage, der politischen Steuerung, Impulssetzung und der Rahmenbedingungen“, so die Vorsitzende der größten deutschen Junglandwirt:innenorganisation.
Die Chancen der Digitalisierung sind enorm - von der Erhöhung des Tierwohls und der Präzision des Dünge- oder Pflanzenschutzmitteleinsatzes bis hin zur verbesserten Work-Life-Balance der Landwirt:innen durch effektive Zeiteinsparung. Doch diese Chancen dürfen nicht auf wenige Landwirt:innen beschränkt bleiben, sondern müssen für alle zugänglich sein. Digitale Innovationen müssen für alle Betriebe, die sie nutzen wollen, anwendbar und bezahlbar sein. Als größter Jungendverband im ländlichen Raum macht sich der BDL für die Lebens- und Bleibeperspektiven junger Menschen in den ländlichen Räumen stark. „Dazu gehört auch eine großflächige und belastbare digitale Infrastruktur“, so die BDL-Bundesvorsitzende. Das sei die Grundvoraussetzung, damit niemand aufgrund seiner Ortsgebundenheit bei der Nutzung digitaler Anwendungen benachteiligt werde, ist sich der BDL-Bundesvorstand einig.
Mehr zur Agrarpolitik
Die Thesen zur Zukunft der Landwirtschaft hat der BDL gemeinsam mit seinem Arbeitskreis Agrarpolitik entwickelt. Über diese Leitsätze lässt sich nicht nur gut streiten, sondern sie können den Weg der Landwirtschaft in die Zukunft ebnen. Sie sind Messlatte für Maßnahmen und Zwischenschritte: ein gemeinsames Ziel vor den Augen.
Die Landwirtschaft der Zukunft und eine zukünftige Gesellschaft kann nicht gestalten, wer sich hinter seinen Positionen versteckt und nur mit seinesgleichen redet. Das wissen junge Menschen wie die BDL-Bundesvorsitzende Kathrin Muus und BUNDjugend-Vorstand Myriam Rapior. Beide wurden von der Bundesregierung in die „Zukunftskommission Landwirtschaft“ (ZKL) berufen.
Das Newbie-Netzwerk unterstützte die Entwicklung und Verbreitung von neuen Geschäfts– und Einstiegsmodellen. Es war eine einzigartige Plattform, auf der europaweit Neueinsteiger:innen, Hofnachfolger:innen, Berater:innen, Wissenschaftler:innen und Agierende aus Politik und Wirtschaft in nationalen Netzwerken in Kontakt traten, sich austauschten und Lösungsansätze entwickelten.
Die Junglandwirt:innen-Studie nimmt auch den Informationsfluss der Branche unter die Lupe, analysiert die Einstellung der jungen Fachleute zu Engagement und Verbänden, Politik und Lebensgestaltung. Nie auf der Suche nach Schuldzuweisungen, sondern nach empirisch belastbaren Fakten als Grundlage für die Weiterentwicklung agrarischer Interessenverbände.
Aktuelles
„Egal wie gut die EU-Strategie zum Generationswechsel in der Landwirtschaft ist, entscheidend ist, was davon in der Praxis ankommt“, so der BDL-Bundesvorsitzende Lars Ruschmeyer. Denn Zukunft entsteht nicht durch Absichtserklärungen, sondern durch Politik, die jungen Menschen echte Perspektiven bietet und den Schritt in die Verantwortung...
(BDL/CEJA) Morgen protestieren Junglandwirt:innen am Rande des Europ äischen Rates in Brüssel für eine ambitionierte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Die Staats- und Regierungschefs sollen die Zukunft der Landwirtschaft sichern. Die Europäische Union verhandelt derzeit ihren Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034. Ihre Entscheidungen wirken...
„Unser Jungwinzer:innen-Kongress hat sehr klar herausgearbeitet, wo Leitplanken der Politik nötig sind und wo die Branche selbst Tempo macht“, so die stellvertretende BDL-Bundesvorsitzende Maike Delp in ihrem Schlusswort. „Wir setzen damit ein unmissverständliches Signal: Zukunft im Weinbau gelingt nur, wenn Ausbildung und digitale Werkzeuge Schritt halten.“
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