Zukunft der Jungwinzer:innen steht auf dem Spiel

Zusammenarbeit im Weinbau unter einem Dach neu denken

Artikel 19.07.2021

„Die Herausforderungen im Weinbau sind zu groß, um sie alleine anzugehen“, sagt Mara Walz mit Blick auf den heißen Sommer, der sich politisch wohl auch danach nicht abkühlen wird. Die  stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend e.V. (BDL) hat dabei diese und die nächsten Generationen der Jungwinzer:innen im Blick. Für sie geht es jetzt darum, den Weinbau zukunftstauglich und nachhaltig zu gestalten. Der Grat zwischen Umweltschutz, Rentabilität und Praktikabilität wird zunehmend schmaler, die Weinbaubetriebe werden größer und weniger. Um den deutschen Weinbau in seiner Qualität und Vielfalt zu erhalten, sei es wichtig mit gemeinsamer Stimme zu sprechen, so die BDL-Jungwinzerin.

Es gehe nicht nur darum, was künftig auf den Etiketten der Weinflaschen steht und wer daran verdient. Es geht um das große Ganze. Die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) ab 2023 zum Beispiel. Schon lange ist die ganzjährige Begrünung von Steillagen im Weinbau gute fachliche Praxis. Genau wie der integrierte Pflanzenschutz soll sie aus Sicht der Jungwinzer:innen mehr berücksichtigt werden. „Das ist so wichtig für die Zukunft des Weinbaus. Da kann nicht jede und jeder für sich ein Brieflein an Abgeordnete oder die Ministerin schreiben. Um die Gestaltungsräume zu nutzen, müssen wir alle an einem Strang ziehen – egal ob der Deutscher Weinbauverband heißt oder Initiative Weinbau 2050“, stellt BDL-Vize Mara Walz klar.

Geballte Weinbauexpertise und -vertretung seien auch wichtig, um die politischen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die nächsten Generationen nicht im Zwist mit dem Klimawandel aufgerieben werden. Schon jetzt stellen andauernde Niederschläge mit punktuellem Starkregen die Winzer:innen vor Ort vor große Herausforderungen. Dazu gehört auch der Kampf gegen Pilzkrankheiten im Weinberg, die komplette Ernten zunichtemachen können. Da sind widerstandskräftige Rebsorten und technische Innovationen  bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln gefragt. Das sind nur einige der Stellen, wo ihre Generation der Schuh drückt. Fakt sei, so Mara Walz, dass die Weinbranche mit einer Stimme sprechen muss, um mitgestalten zu können. „Wenn wir uns jetzt verzetteln, kann das die kommenden Generationen der Jungwinzer:innen um ihre Zukunft bringen“, warnt sie angesichts der Austritte aus dem Deutschen Weinbauverband, die niemanden voranbringen. „Wir müssen konstruktiv streiten, gemeinsam aktiv werden und mit einer Stimme sprechen, statt unsere Kraft in Grabenkämpfen zu vergeuden“, so die Jungwinzerin.

Ganz zu schweigen von der abschreckenden Wirkung, die diese auf die jungen Menschen hat. Besser wäre es doch, sie durch gemeinsame Aktionen und aktive Einbindung für das berufsständige Engagement zu begeistern, als sie auf eine Seite ziehen zu wollen. „Es gibt keine Seiten“, sagt die stellv. BDL-Bundesvorsitzende mit Nachdruck, „wir wollen alle nachhaltigen Weinbau, von dem wir leben können. Das muss doch reichen, um eine starke und belastbare Zusammenarbeit im Sinne der Jungwinzer:innen zu ermöglichen.“ Viele Betriebe in der deutschen Weinbranche zeigen, dass es gemeinsam besser geht. „Wie in der Landjugend müssen wir uns auf das konzentrieren, was verbindet und uns gemeinsam motiviert. Damit lassen sich die Wogen glätten und eine Zusammenarbeit im Weinbau unter einem Dach neu denken und angehen“, appelliert BDL-Vize Mara Walz an die gesamte deutsche Weinbaubranche: „Wir Jungwinzer:innen stehen bereit, uns hier aktiv einzubringen!“