BDL beim Bürgerfest des Bundespräsidenten

Zukunft statt Wegducken

Artikel 05.09.2019
Landjugend beim Buergerfest des Bundespraesidenten
BDL

„Die Erntekrone, die wir beim Bürgerfest des Bundespräsidenten gebunden haben, ist ein Symbol für Sorge, Hoffnung und Dank. Da ist zum einen die Sorge, dass immer mehr Menschen für selbstverständlich nehmen, was hart erkämpft und erarbeitet wurde. Das gilt für unsere Demokratie genauso wie für die Landwirtschaft“, sagt Kathrin Muus, die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. Zum anderen spüre sie in ihrem Verband, aber auch im Austausch mit den Besuchern des Bürgerfestes des Bundespräsidenten, wie viele ihre Sorgen teilten. Dafür sei sie dankbar.

Die Landjugend Sachsen-Anhalt und die Berlin-Brandenburgische Landjugend hatten dafür gesorgt, dass die Erntekrone #landgemacht im Garten vom Schloss Bellevue wirklich fertig werden konnte. Sie hatten Ähren von Hafer, Weizen und Roggen vorbereitet, um das Prachtwerk gemeinsam mit den rund 18.000 Gästen des Bundespräsidenten zu binden und dabei die Positionen der Landjugend mitten in Berlin zu vertreten.

Denn die Erntekrone ist nicht nur ein Symbol des Dankes und des friedvollen Miteinanders, sondern bewies auch ihre Qualitäten als Vermittlerin. Welches Getreide das sei, war neben „Wie lange dauert das Binden der Krone?“ die am häufigsten zu hörende Frage am BDL-Zelt. Mit „40 Stunden reiner Bindezeit“ war der Bogen zwischen Tradition und Zukunft, Jung und Alt schon geschlagen, war das Gespräch auf Augenhöhe schon im Gange.

Und zwar ganz im Sinne des Gastgebers Franz-Walter Steinmeier: „Gerade wenn die Fliehkräfte an unserer Gesellschaft zerren, müssen wir zusammenkommen aus Ost und West und Nord und Süd. Gerade dann kommt’s auf die Beherzten an. Genau dafür stehen Sie alle in diesem Park, dafür stehen die Engagierten in diesem Land“, eröffnete der Bundespräsident am Freitagabend das Fest, zu dem er als Dank für ihr Engagement rund 4.000 Engagierte aus dem gesamten Bundesgebiet in den Garten seines Amtssitzes an der Spree geladen hatte.

Gerade auf dem Land ginge es darum, das Leben lebenswert zu halten, sagte er weiter. Er wisse um die unzähligen Engagierten in den Vereinen und Verbänden „wo Menschen sich einbringen für Perspektiven auf dem platten Land“ zu schätzen. „Genau das ist unser Motto: Perspektiven für junge Menschen auf dem Land erhalten und schaffen“, so die junge BDL-Bundesvorsitzende selbstbewusst.

Für ihren Jugendverband sind Demokratie und eine solidarische Gesellschaft zentrale Werte. „Wir wollen eine lebenswerte Zukunft für alle, die in diesem Land leben“, macht Kathrin Muus deutlich: „Daher engagieren wir uns, zeigen mit unseren Forderungen auf, wo wir besser werden müssen, und mit Beteiligungsaktionen wie #landgemacht, dass wir gemeinsam Großes bewegen können.“

Als Bundesverband setzt sich der BDL auch mit den Ergebnissen der letzten Landtagswahlen auseinander und fordert: „Wir - diejenigen, die für Offenheit und Toleranz, Respekt und die Achtung der Menschenwürde stehen, müssen noch lauter werden. Wir sagen NEIN zu Rechtsextremismus und Ausgrenzung. Nein zu Populismus und Hetze“, positioniert sich Kathrin Muus und weiß dabei die rund 100.000 Aktiven im Verband hinter sich. 

„Wer Mut zur Zukunft hat, der scheut auch den Streit nicht! Der weiß zu ringen um den besseren Weg, um die bessere Zukunft. Dasselbe gilt im Großen in unserer Demokratie: Es bringt nichts, sich vor den Problemen wegzuducken. Es bringt schon gar nichts, sich die Wütenden und Frustrierten einfach wegzuwünschen. Sondern: Wer überzeugen will, muss streiten können und auch streiten wollen“, hatte Frank-Walter Steinmeier schon bei der Eröffnung des Bürgerfestes mit Nachdruck formuliert. Dem will der größte Jugendverband im ländlichen Raum nichts hinzufügen.