BDL-Jugendveranstaltung auf der Internationalen Grünen Woche

"Zukunft gibt es nicht umsonst“

Artikel 21.01.2020
BDL / Gräschke

„Wir müssen mehr tun für unsere Demokratie. Gemeinsam mit einer Stimme den ländlichen Raum vertreten – respektvoll im Umgang miteinander, fair in der Diskussion, engagiert, tolerant und anpackend wie bei unserer Jubiläumsaktion #landgemacht. Nur so können wir unsere Heimat voranbringen“, stellte der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. vor Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und rund 2.500 jungen Menschen aus ganz Deutschland fest. Sie alle waren am Sonntag zur traditionellen Jugendveranstaltung des BDL auf der Grünen Woche gekommen.

In Zeiten wie diesen brauche es klare Bekenntnisse und Engagement fürs Land, so der BDL-Bundesvorsitzende in seiner Ansprache. Er verwies auf das stetige Engagement der Landjugend für den Erhalt der Infrastruktur, auf die Kraft der sozialen Netze der Vereine und Verbände, die es auch in Zukunft brauche. Zugleich warnte Schaller davor, diese zentrale Rolle durch Kürzungen zu gefährden.

Seine Amtskollegin Kathrin Muus verglich das vergangene Jahr mit einer Achterbahnfahrt mit immer neuen Anforderungen an die Landwirtschaft. „Wir können die gesellschaftlichen Ansprüche erfüllen“, sagte sie. Dafür brauche es drei Dinge: Respekt und Anerkennung für die Landwirte, Planungssicherheit und eine entsprechende Finanzierung. „Veränderungen kosten Geld. Wir alle wollen eine Zukunft und die gibt es nicht umsonst“, so die BDL-Bundesvorsitzende. Wichtig seien verbindliche Vereinbarungen, sagte Kathrin Muus und begründete: „Wir brauchen Sicherheit, dass das, was wir in der Landwirtschaft tun und planen, für einen Zeitraum von 20 besser 30 Jahren richtig ist, damit unsere Investitionen nicht umsonst und damit unsere Familien abgesichert sind.“

Eine gute Vorlage für die Bundeslandwirtschaftsministerin in der BDL-Jugendveranstaltung. Natürlich brauche es Investitionssicherheit sagte Julia Klöckner, denn sie wisse: „Junglandwirte müssen von ihrer Arbeit leben können. Aber wir müssen aus dieser Rechtfertigungsecke raus. Landwirte sind keine Bittsteller.“ Sie forderte ihr junges Publikum auf, mit ihr gemeinsam dafür zu sorgen, dass mehr Wertschätzung von den Verbrauchern kommt. „Wir dürfen in der Auseinandersetzung nicht in den Überschriften stecken bleiben. Haltung ohne Recherchieren reicht nicht“, sagte die Politikerin unter tosendem Beifall. Als eine der anstehenden Herausforderungen benannte sie die Anpassung des Bodenmarktgesetzes: „Ackerland gehört in Bauernhand. Dörfer ohne Bauern verändern sich.“

Nicht nur um die Zukunft der ländlichen Räume auch um die der Verbände ging es auf der Bühne. „Junge Leute haben eine andere Herangehensweise. Diesen frischen Wind brauchen wir in unseren Strukturen“, so der Präsident des Deutschen Bauernverbands Joachim Rukwied. „Wir brauchen auch mehr Frauen im Bauernverband, weil sie eine andere Sichtweise einbringen. Machen Sie Druck von unten“, forderte er die Gäste der Jugendveranstaltung auf.

Für die Förderung von jungen Frauen macht sich auch der Deutsche Landfrauenverband (dlv) stark. Seine Präsidentin Petra Bentkämper stellte in der Talkrunde fest: „Frauen sind seltener Gründerinnen. Wir müssen vermitteln, mutiger zu sein und eigene Bleibeperspektiven im ländlichen Raum zu erkennen.“ Der dlv unterstütze junge Unternehmerinnen mit einem Preis und eigenen Projekten.

Dafür brauche es mehr als eine digitale Notversorgung, stellte der BDL-Bundesvorsitzende Sebastian Schaller fest. Die Bundeslandwirtschaftsministerin machte Hoffnung. Sie berichtete vom Schulterschluss in der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ zugunsten ländlicher Regionen: „60 Millionen Euro stellen wir zur Verfügung, um die weißen Flecken über den Feldern zu schließen. Wir wollen dahinkommen, nicht nach Haushalten zu zählen, sondern tatsächlich die ganze Fläche zu erschließen“, so Julia Klöckner. 5G gehöre an jede Milchkanne, auf jedes Feld. Nur dann rechne sich die Technik. Sie zähle bei der Digitalisierung der Landwirtschaft auf die Landjugend: „Zeigt uns, welche Ideen ihr habt! Wir suchen Pilotbetriebe, die helfen, die Digitalisierung auszubauen. Meldet euch!“, forderte Julia Klöckner ihr junges Publikum auf.