BDL-Vize in der Jury für „Junglandwirt des Jahres“

Unterwegs bei den CeresAward-Finalisten

Artikel 26.07.2021

Wer von den drei Finalisten als „Junglandwirt des Jahres“ das Rennen machen wird? Das gibt auch Mara Walz noch nicht preis. Dabei gehört die stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend e.V. (BDL) zur Jury für diese Wettbewerbssparte des CeresAwards. Gemeinsam mit ihren zwei Mitjuror:innen hat sie in den vergangenen Wochen die drei Junglandwirte besucht, die es in die Endauswahl geschafft haben, und hat ihre Betriebe und Konzepte in Augenschein genommen.
Der CeresAward gilt als wichtigste Auszeichnung für Landwirt:innen im deutschsprachigen Raum. In diesem Jahr wurde er zum neunten Mal ausgeschrieben und der BDL ist von Anfang an dabei. „Es war so spannend, die Betriebe nach der Vorauswahl auch in echt zu erleben. Für uns als Jury waren das mehr als 1800 Kilometer quer durch die Republik. Anstrengend zwar, aber ein gutes Zeichen, denn jede Region bringt andere Champions und Ideen hervor. Aus dieser Vielfalt zieht der CeresAward ja auch seine Stärke“, so die BDL-Jungwinzerin. 

In Bayern machte die Jury bei Martin Grob (33) im Kreis Augsburg Station. Seine Wasserbüffel weiden auf schwer bewirtschaftbaren Flächen. Deren Fleisch direkt zu vermarkten ist das eine, doch mittlerweile sind auch Fell und Schädel seiner Schwabenbüffel begehrt. Ergänzt wird sein Betrieb durch Eier von eigenen Hühnern, einen Selbstbedienungshofladen und Landschaftspflege.

In Nordfriesland sahen sich die CeresAward-Juror:innen auf dem Landhof Carstens um. In der Gläsernen Hofmolkerei wird aus der selbst produzierten Schafsmilch Käse hergestellt, den es neben Rind- und Schaffleisch im Hofladen zu kaufen gibt. Für Transparenz sorgt Christian Peter Carstensen (30) auch mit Hofführungen und eigenen Social Media Kanälen, die Alltag und Arbeit in Galmsbüll erlebbar machen.

Im Göttinger Hügelland traf die Jury auf den jüngsten Finalisten. Johannes Müller (27) kümmert sich um die Beilagen: Gemüse und Kartoffeln vor allem, die dank intelligenter Bewässerung, vorrausschauender Planung und Zusammenarbeit mit Universitäten bei ihm boomen. Auch weil er bei der Vermarktung ungewöhnliche Wege geht. Das fängt bei bunten Möhren als Schulobst an und hört bei gelben Beeten in Gemüsekisten noch lange nicht auf.

„Die Bewerber und ihre Betriebe könnten unterschiedlicher kaum sein. Alle, die wir uns angeschaut haben, hatten eine Idee, die sie entsprechend der Gegebenheiten umgesetzt haben. Sie sind kreativ und mutig, unternehmerisch und bodenständig, arbeiten nachhaltig und verantwortungsbewusst. Dabei ist ihnen Transparenz und Dialog, online wie offline, ganz wichtig“, stellt Mara Walz fest. Jetzt sei es für sie an der Zeit, die Gedanken, Kennzahlen und Bilder im Kopf zu ordnen, um gemeinsam mit den beiden anderen Juror:innen einen Gewinner zu küren. „Jeder der drei Junglandwirte macht einen guten Sieger, jeder hat mit seinen Entscheidungen nicht nur die Weichen im eigenen Betrieb gestellt, sondern zeigt auch, was möglich ist, wenn gut ausgebildete Fachleute schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen“, schildert die stellv. BDL-Bundesvorsitzende ihr Dilemma. Die BDL-Jurorin, die gemeinsam mit Vertreter:innen des Deutschen Landwirtschafts-verlages und des Spartensponsors Mitas die drei Finalisten unter die Lupe genommen hat, kann noch nicht sagen, wer sich durchsetzen wird. Mara Walz verweist schulterzuckend auf die „Nacht der Landwirtschaft“ im November in Berlin, bei der die Gewinner verkündet werden.

Seit neun Jahren würdigt der Deutsche Landwirtschaftsverlag mit dem CeresAward Landwirtinnen und Landwirte, die Außergewöhnliches leisten und sich dabei ihrer Verantwortung für Mitmenschen, Tiere und Umwelt bewusst sind. Ob der beste Junglandwirt auch „Landwirt des Jahres“ sein könnte - er wird aus allen zehn Wettbewerbskategorien des CeresAwards und den insgesamt 30 Finalisten ausgewählt - vermag Mara Walz nicht einzuschätzen. Doch sie drückt stellvertretend für den BDL allen Junglandwirten die Daumen.