Fehlverhalten in der Landwirtschaft nicht dulden

BDL: Schluss mit schwarzen Schafen

Artikel 06.11.2019
BDL / Gräschke

Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. ruft den landwirtschaftlichen Berufsstand auf, Fehlverhalten in den eigenen Reihen entschlossen entgegenzu­treten. Er warnt vor falscher Solidarität mit rechtswidrigen und nicht fachgerechten Handlungen. „Wer Missstände durch Schweigen mitträgt, macht sich passiv mitschuldig“, heißt es in dem „Positionspapier zum Umgang mit Fehlverhalten in der Landwirtschaft“, das die BDL-Bundesmitgliederversammlung am Wochenende einstimmig beschlossen hat.

 „Nur um das noch einmal klar zu stellen: Tierhalter sind keine Tierquäler. Ganz im Gegenteil: Ein gut ausgebildeter Landwirt lebt im wahrsten Sinne des Wortes für seine Tiere. Nur wenn es ihnen gut geht, geht es auch dem Landwirt gut“, so der stellv. BDL-Bundesvorsitzende Stefan Schmidt. Natürlich  brauche es Mut, das Fehlverhalten von Berufskollegen anzusprechen. „Doch Missstände müssen benannt werden, um die hohe Qualität der Landwirtschaft zu gewährleisten und dem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Aus diesem Grund sollte es Möglichkeiten für Land­wirte geben, anonym Rat einzuholen und Fehlverhalten zu melden“, fordert der BDL.

Dem Verband sei es zudem wichtig, Themen wie Überforderung, Burnout und Depression in der Landwirtschaft zu enttabuisieren und verstärkt Beratungsstellen und Unterstützungsmaßnahmen anzubieten. Die größte deutsche Junglandwirte­vertretung plane selbst, sich intensiver mit der Thematik psychosozialer Unterstützungsleistungen zu beschäftigen, heißt es in dem neuen Positionspapier. Darin lehnt der BDL auch Einbrüche in Tierställe und das Beschaffen illegalen Bildmaterials ab.

„Wichtig ist, dass allen klar ist: Fehlverhalten in der Landwirtschaft ist nicht tolerierbar. Die deutliche Abgrenzung ist wichtig, um die Landwirtschaft so mitzugestalten, dass sie von den Menschen in unserer Gesellschaft anerkannt und akzeptiert wird“, sagt BDL-Vize Schmidt, der sich über das einstimmige Votum der Delegierten bei der Bundesmitgliederversammlung freut.

Das vollständige Positionspapier mit allen Forderungen gibt es hier.