BDL zur Finanzspritze für die Landwirtschaft

Planungssicherheit zuerst

Artikel 30.01.2020

„JunglandwirtInnen wollen Perspektiven für die Zukunft; sie fordern Planungssicherheit, Anerkennung und Wertschätzung. Was sie jetzt von der Politik bekommen, ist Geld. Förderung für Krisen, die von der Politik heraufbeschworen wurden“, stellt Kathrin Muus, die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V., angesichts der jüngst angekündigten Hilfe für die Landwirtschaft fest. Wer aber langfristig eine solide Struktur der bäuerlichen Landwirtschaft in Deutschland möchte, müsse für stabile, verlässliche und nachhaltige Entwicklungen Sorge tragen, heißt es in der größten deutschen Junglandwirte-Organisation.

Die Spitzen der Großen Koalition hatten sich in der vergangenen Nacht auf eine Milliarde Euro Unterstützung für Agrarumweltprogramme und Investitionen in der Landwirtschaft verständigt. Damit soll in den kommenden vier Jahren der anstehende Transformationsprozess abgefedert werden, heißt es in Regierungskreisen.

„Bitte verstehen Sie uns nicht falsch“, so die BDL-Bundesvorsitzende: „In kritischen Situationen, wenn die Afrikanische Schweinepest oder Vogelgrippe, Dürre oder Hochwasser das Land heimsuchen, helfen solche Förderprogramme. Nicht jedoch, wenn es um unsere Zukunft geht.“ Dafür seien die Landwirte nicht auf die Straße gegangen. Geld könne nicht dazu dienen, eine fehlgeleitete Politik zu korrigieren. Schon gar nicht, um Junglandwirten und Junglandwirtinnen ihre Sorge vor der Zukunft zu nehmen oder sie zu beruhigen, heißt es im BDL.

„Warum“, fragt sich die Vorsitzende des größten Jugendverbandes im ländlichen Raum, „fangen wir nicht an, nachhaltige und planungssichere Politik zu machen, statt teuer an Symptomen herumzudoktern? Wir fordern jetzt verlässliche und vertrauensvolle Beteiligung und keine Augenwischerei. Wir fordern eine Politik, deren Augenmaß über den Vier-Jahres-Zeitraum hinausgeht und zwei Jahrzehnte in den Blick nimmt.“ Aus BDL-Sicht liegt der Ball bei der Politik. „Lassen Sie Weitblick, Fachlichkeit und Verlässlichkeit in Ihre Entscheidungen einziehen“, appelliert Kathrin Muus an die politischen Entscheidungsträger.