Bund der Deutschen Landjugend feiert 70. Geburtstag

Optimistisch in die Zukunft

Artikel 14.10.2019
BDL / Gräschke

(BDL) „Ohne die vielen, vielen ehrenamtlich Aktiven in unseren 18 Landesverbänden könnten wir heute nicht auf 70 Jahre Bund der Deutschen Landjugend (BDL) zurückblicken. Ihr in den Orts-, Kreis-, Bezirksgruppen – ihr auf Landesebene wart es, die unseren Verband durch sieben Jahrzehnte getragen haben. Dafür gebührt jedem Einzelnen ein riesiges Dankeschön. Danke!!!! Für euer Engagement.“ Dieses Dankeschön war den beiden BDL-Bundesvorsitzenden Kathrin Muus und Sebastian Schaller beim Festakt zum 70. Geburtstag das Wichtigste.

„Einsatz und Leidenschaft für ländliche Regionen, demokratische Grundwerte leben und miteinander Spaß haben – das ist Landjugend seit sieben Jahrzehnten“, sind sich die beiden mit den rund 130 Gästen einig, die das Jubiläum am Wochenende in Berlin genau nach diesem Rezept begingen.

Das betonte auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. In ihrem Grußwort bescheinigte sie den Ehrenamtlichen im BDL: „Landjugend (…) krempelt die Ärmel hoch und gestaltet das Leben in unseren Dörfern aktiv mit. Nicht nur an Freitagen auf der Straße, sondern die ganze Woche über.“

Das ehrenamtliche Engagement der Landjugend für und in den ländlichen Räumen sei unverzichtbar. Das habe auch die BDL-Jubiläumsaktion #landgemacht deutlich gemacht. Allein dabei seien mehr als eine Million Stunden Einsatz fürs Land zusammengekommen. „Damit trägt jede und jeder Einzelne von euch zu einem vielfältigen und modernen Leben auf dem Land bei und zu lebenswerten ländlichen Räumen“, sagte die Bundesministerin in ihrer Videobotschaft.

Der größte Jugendverband im ländlichen Raum lebt und belebt seit 70 Jahren Demokratie und Tradition, Ehrenamt und Zivilgesellschaft. Rund 100.000 Aktive im Verband machen sich tagtäglich für ein friedliches und demokratisches Miteinander auf dem Land stark. Wie ein unsichtbares Band zogen sich diese Punkte auch durch das so unterhaltsame wie politische Programm der Jubiläumsveranstaltung.

Da nahm die Landjugend RheinhessenPfalz die BDL-Geschichte liebevoll als Theaterstück in drei Akten unter die Lupe. Die Landjugend Wirmighausen schlug mit rockigen Volkstänzen Brücken zwischen Tradition und Zukunft, zwischen der Landjugend und Ehrengästen. Für das interaktive Diskussionsformat „Ich steh‘ fürs Land“ hatte sich das Haus für Land- und Ernährungswirtschaft in ein riesiges Spielfeld verwandelt, mit dem der BDL politische Schwerpunkte setzte - vom Für und Wider eines fürs Ehrenamt freien Mittwochnachmittags bis zum Smart Farming.

Beim Menschenkicker-Turnier jubelten die Landjugendlichen gemeinsam mit Vizepräsident Werner Schwarz vom Deutschen Bauernverband, der Landfrauenpräsidentin Petra Bentkämper, ihrer Stellvertreterin Ursula Braunewell und Dr. Matthias Baum von BDL-Fördermitglied R+V Versicherung. Genauso leidenschaftlich ging es beim Speed-Dating zu. Wo und wie werden wir im Jahr 2050 leben, welche Gedanken werden uns in 30 Jahren umtreiben? Die Ergebnisse, die auf Post-Its passen mussten, waren so ernsthaft wie humorvoll. Darunter: Wie schmeckt der Wein vom schleswig-holsteinischen Deich? Kam die Post vom Mars früher nicht schneller?

Inspiriert diskutierten die Landjugendlichen und ihre Gäste bei der abendlichen Schnippeldisko weiter. Denn als identitätsstiftender Verband bietet der BDL auf einen derzeitigen gesellschaftlichen Trend, den Tristan Horx vom Zukunftsinstitut vorstellte, eine gute Antwort: „Früher wurden Menschen in Gemeinschaften geboren und mussten ihre Individualität finden. Heute werden Menschen als Individuen geboren und müssen ihre Gemeinschaft finden.“

Der BDL ist überzeugt: „Traditionsbewusstsein und Verantwortungsgefühl, Offenheit und gemeinsames Anpacken – das sind und waren die besten Zutaten für Landjugend.“ Mit diesem Wissen blickt der Jugendverband optimistisch in die Zukunft.

Bilder dazu gibt es in unserer Galerie.