BDL bringt Wahlforderungen fürs Land ins Gespräch

Landjugend im Bundestag

Artikel 30.11.2020

„Wir brauchen mehr Politik fürs Land! Darum gehen wir mit unseren Forderungen in den Bundestag zu den Abgeordneten und denen, die es werden wollen“, sagt Jan Hägerling. Gerade weil große Politik in der Regel in Städten geschrieben werde, so der Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. weiter, „müssen sich unsere Forderungen in den Wahlprogrammen der Parteien wiederfinden. Wir benötigen eine Koalition der Solidarität mit den ländlichen Räumen und der Landwirtschaft und das fraktionsübergreifend.“ 

Darum steht der größte Jugendverband im ländlichen Raum im Diskurs und redet mit den jugend- und agrarpolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Parteien. „Von Unnahbarkeit oder Desinteresse ist nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil!“, zieht der junge Mann aus Niedersachsen ein erstes Fazit: „Bei allen bisherigen Treffen haben wir zwei Dinge sehr deutlich angesprochen und wohlwollende Zustimmung erfahren: Keine Kürzungen für die Jugendverbände im Jahr 2022! Jugendverbände und Jugend brauchen in den Wahlprogrammen und in einem späteren Koalitionsvertrag mehr Gewicht.“
„Wir wissen am besten, wo es vor Ort hakt. Das stößt auf viel Aufmerksamkeit und befeuert den Austausch“, sagt der BDL-Bundesvorsitzende. Beispielsweise müssten bei der Breitbandförderung die Schwellenwerte für weiße Flecke neu gesetzt werden. Denn die gilt nur für Gebiete, deren verfügbare Anschlussgeschwindigkeit kleiner als 30 Mbit/s ist. „Dadurch fallen Regionen, die nur knapp darüber liegen, hinten runter. Keine staatliche Förderung für den Anschluss ans Gigabitnetz, keine für den Glasfaseranschluss bis zum Gebäude“, erklärt Jan Hägerling.

Zum Klimabeitrag von Junglandwirtinnen und Junglandwirten, zu Haltungsbedingungen, und zur Energiewirtschaft tauschte sich u.a. seine Amtskollegin Kathrin Muus mit Mitgliedern des Bundestags aus. „Energie die im ländlichen Raum erwirtschaftet wird, sollte auch am Ort der Entstehung versteuert werden“, zieht sie eine der BDL-Forderungen heran. Die Gemeinden mit ihren Bewohnerinnen und Bewohnern würden dadurch direkt von den Erneuerbaren Energien profitieren, statt Wirtschaftskreisläufe nur an ihnen vorbei ziehen zu sehen.

Beim Thema Landwirtschaft kann man meilenweit auseinander liegen, aber auch sehr dicht zusammen, wie die Landjugendgespräche im Bundestag zeigen. „Junglandwirte und Junglandwirtinnen dürfen von Politik und Gesellschaft nicht im Stich gelassen werden. Sie benötigen betriebswirtschaftliche Planungssicherheit, die zeitlich deutlich über den Zeitrahmen von Legislaturperioden hinausgeht“, schildert die BDL-Bundesvorsitzende das fraktionsübergreifende Feedback der Abgeordneten.
„Die Gespräche im November sind der Auftakt. Im Januar geht es weiter, damit die Bundestagswahlkandidatinnen und -kandidaten die Perspektiven und Forderungen junger Menschen vom Land kennen“, freuen sich die beiden BDL-Vorsitzenden auf die Fortsetzung von LiBu – „Landjugend im Bundestag“. Das jugendpolitische Gesprächsformat läuft in diesem Jahr Corona-bedingt digital. Das klappt angesichts der Internetversorgung mal besser, mal schlechter, aber das BDL-Engagement für Jugendverbände und ländliche Räume kommt an.

„Unsere Aufgabe ist es, die Alltagserfahrungen junger Menschen, die auf dem Land leben wollen, zu politisieren und an den richtigen Stellen einzubringen“, stellen Jan Hägerling und Kathrin Muus klar. Stolz fügen sie hinzu: „Wir vertreten Kinder und Jugendliche aus den ländlichen Regionen in Deutschland und bieten Landjugend-Expertise, die rund 100.000 ehrenamtlich Aktive hinter sich vereint. Die Wertschätzung, die uns die Bundestagsabgeordneten bei LiBu entgegenbringen, gilt ihnen allen.“

Über den Bund der Deutschen Landjugend e.V. (BDL)
Der Bund der Deutschen Landjugend e.V. (BDL) ist der größte Jugendverband im ländlichen Raum und macht sich für junge Menschen auf dem Land stark. Er vertritt ihre politischen Interessen und will vor allem eins: ihre Lebens- und Bleibeperspektiven in ihrer ländlichen Heimat verbessern. In seinen 18 Landesverbänden gestalten rund 100.000 ehrenamtlich Aktive das Leben vor Ort. Der BDL wird von den beiden Bundesvorsitzenden Kathrin Muus und Jan Hägerling geführt.