Absage der Grünen Woche

Keine Landjugend unterm Berliner Funkturm

Artikel 29.11.2021

„Es war alles so gut geplant. Der Landjugendstand mit einem ganz besonderen Hofladen auf dem ErlebnisBauernhof, unser Junglandwirt:innen-Kongress mit hochkarätigen Podiumsgästen, unsere Jugendveranstaltung mit Weltpremiere. Aber es geht nicht.“ Ein bitteres Eingeständnis von Kathrin Muus und Jan Hägerling. Die Absage der Internationalen Grünen Woche (IGW) durch die Messe Berlin schmerzt die beiden Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Landjugend e.V. (BDL) sichtlich.

Normalerweise ist die Grüne Woche Höhepunkt und Auftakt des Landjugendjahres zugleich. Sie lebt vom fachlichen Austausch, dem gemeinsamen Anpacken, den persönlichen Begegnungen – vom gemeinsam das Land in die Hauptstadt bringen. Gerade weil in diesem und im vorigen Jahr echte Treffen die Ausnahme blieben, hatte Landjugend bundesweit sich riesig auf das Zusammenkommen im Januar in Berlin gefreut.

„Die zwei Monate, die zwischen der Bekanntgabe und Absage der Grünen Woche 2022 lagen, hatten wir gut genutzt. Nicht nur wir, sondern auch unsere Landesverbände und Landjugendgruppen hatten ihre Fahrten zur Messe organisiert. Aber so schwer es fällt, die Absage der Ausstellung unterm Funkturm und daran anschließend auch unserer Veranstaltungen ist auch eine Frage der Solidarität, des Zusammenstehens, das heute genauso wichtig ist wie vor einem Jahr“, begründen die beiden BDL-Bundesvorsitzenden.

Sie sind tieftraurig und betroffen. Denn nur selten lassen sich die bundesweite Gemeinschaft und die geballte politische Kraft der Landjugend so spüren wie bei den BDL-Veranstaltungen auf der Grünen Woche. Das ist auch wichtig für den größten Jugendverband im ländlichen Raum, für die Menschen, die sich im BDL für mehr Politik fürs Land stark machen. „Diese Gemeinschaft lässt sich digital nicht erleben. Das fehlt. Jeder und jedem von uns. Das sind Gänsehautmomente, die uns zusammen, aber auch persönlich stark machen“, sind sich Kathrin Muus und Jan Hägerling einig.

„Das einzig Gute dabei ist, dass uns in dieser traurigen und schwierigen Situation der Fördermittelgeber nicht allein lässt“, so die BDL-Doppelspitze: „Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat mittlerweile entschieden, dass Fördermittel grundsätzlich auch beim Ausfall von Maßnahmen zur Verfügung gestellt werden können.“

Aktuell lässt sich noch nicht sagen, ob und wie „Landjugend auf der Internationalen Grünen Woche“ 2022 digital stattfinden wird.  Die Signale aus dem Verband sind recht unterschiedlich, stellen Jan Hägerling und Kathrin Muus fest. „So richtig die Absage der Messe am vergangenen Freitag  und so folgerichtig die Absage unserer Präsenzveranstaltungen auch ist, wir sind zurück auf null und müssen neu planen. Wir werden im kommenden Monat bekannt geben, ob, und wenn ja welche IGW-Veranstaltungen online stattfinden. Updates gibt’s dann auf unserer Webseite www.landjugend.de“, kündigen die BDL-Vorsitzenden an.

„Wir alle wissen, dass die Grüne Woche 2022 als Treffpunkt von besonderer Bedeutung für die Landjugend, aber auch die gesamte Grüne Branche gewesen wäre“, sagen Kathrin und Jan, „zugleich hoffen wir,  dass mit der Absage wenigstens ein Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet werden und die IGW 2023 quasi als Neuanfang mit vielen Besuchern und Besucherinnen aus der ganzen Republik stattfinden kann.“