BDL zur Arbeit der Zukunftskommission Landwirtschaft

Handreichung für Politik und Gesellschaft

Artikel 30.06.2021

Wenn die Arbeit der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) in wenigen Tagen mit der Veröffentlichung ihrer Empfehlungen beendet ist, setzt der Bund der Deutschen Landjugend e.V. (BDL) kein Häkchen. Denn der Abschlussbericht ist für ihn nicht weniger als die Grundlage für die anstehende gesellschaftliche Vereinbarung zur Landwirtschaft. „Ein Kompass, der die Richtung vorgibt und zwar nicht nur uns Junglandwirt:innen und Junglandwirten, sondern der Gesellschaft – egal ob Umweltverband oder Partei, NGO oder Nachwuchs der Grünen Berufe, Verwaltung oder Kabinett“, so die BDL-Bundesvorsitzende Kathrin Muus. Mit Myriam Rapior von der BUNDjugend vertrat sie in dem von der Bundesregierung berufenen Gremium die Jugend. 

Beide haben viel gestritten. Miteinander, mit den anderen ZKL-Mitgliedern aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucher:innenschutz. Aber sie haben die Gemeinsamkeiten gesucht und um Verständigung gerungen. Denn sie wollten Empfehlungen für eine gesellschaftlich akzeptierte, nachhaltige und zugleich wettbewerbsfähige Landwirtschaft geben können, die den dort tätigen Menschen Planungssicherheit und Perspektiven bietet. Und das ist gelungen, davon ist der BDL überzeugt, auch wenn den einen die Ergebnisse der Kommission nicht weit genug gehen und andere sie als weltfremd oder nicht umsetzbar abtun werden. Am Abschlussbericht der ZKL kommt keiner vorbei, weil er zeigt, dass Verständigung trotz unterschiedlichster Interessen möglich ist. „Mit dem Bericht und auch mit der Landwirtschafts-Zukunftsvision, die wir als Jugend in der ZKL erarbeitet haben, ist eine Tür aufgestoßen. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Perspektiven der nächsten Generationen. Da hat die Zukunftskommission den ersten Schritt gemacht. Die nächsten müssen wir im Miteinander von Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz und Gesellschaft gemeinsam gehen“, sagt Kathrin Muus. 

Dieses gemeinsame Sich-auf-den Weg-Machen kann nicht nur funktionieren, es muss aus BDL-Sicht funktionieren, damit sich die Lebensbedingungen auf der Erde nicht gegen die Menschen richten. „Natürlich sind die Empfehlungen kein Zuckerschlecken. Der Weg wird allen viel abverlangen – insbesondere den Landwirt:innen. Aber es geht nicht ohne Veränderungen, auch wenn sie wehtun. Jede Generation steht vor neuen Herausforderungen, die wir anpacken müssen. Denn Wegducken und Jammern ist keine Lösung, die Zukunftsaufgaben angehen schon“, so die Vorsitzende der größten deutschen Junglandwirt:innenorganisation. 

Kathrin Muus wird nicht müde zu betonen, dass der Bericht der Zukunftskommission erst der Anfang ist. Allein weil er nicht alle offenen Fragen beantworten kann, Finanzierungsinstrumente nicht klar sind und manches darin illusorisch erscheint. „Wer die Richtung nicht kennt, kann nicht losgehen. Darum ist es wichtig, dass wir uns jetzt nicht im Kleinklein verlieren, sondern groß und vorausschauend denken“, sagt die junge Ehrenamtliche, die sich anders als große Verbände und berufsständische Vertretungen nicht auf Heerscharen von Fachleuten und Assistent:innen stützen konnte, die sie taktisch berieten oder Textbausteine vorbereiteten. Mit Leidenschaft, Landjugendwerten und -expertise hat  sich die BDL-Bundesvorsitzende auch in der ZKL für die Zukunft der Landwirtschaft eingesetzt und damit maßgeblich zur Verständigung beigetragen – so, wie es bei der Landjugend gang und gäbe ist, um sich gemeinsam zu positionieren. 

Zugleich sei der Bericht der Zukunftskommission Landwirtschaft eine Handreichung für Politik und Gesellschaft. Er zeigt, wie sich Planungssicherheit für Junglandwirte und Junglandwirtinnen in Zukunft erreichen lasse, fasst Kathrin Muus, BDL-Bundesvorsitzende und ZKL-Mitglied, zusammen.  Als Motto für den Abschlussbericht und Leitsatz für die Agrarpolitik der neu zu wählenden Bundesregierung schlägt der BDL daher „Lesen, Planen, Umsetzen und Daranhalten“ vor. Das sei umso mehr geboten, wenn es um die Ressourcen und Rahmenbedingungen ökonomischen Wirkens von Junglandwirt:innen – also quasi um Nachhaltigkeit – geht.  

Teil des Abschlussberichts der Zukunftskommission Landwirtschaft ist die gemeinsame Vision für die Zukunft der Landwirtschaft von Umwelt- und Landjugend, die bereits veröffentlicht wurde und Wellen geschlagen hat:  www.landjugend.de/unsere-themen/zukunftsbild-der-landwirtschaft.