Landjugend-Erntekrone

Für eine Zukunft mit Landwirtschaft

Artikel 06.10.2021

Etwa 3.000 Arbeitsstunden hat die Landjugend Zedtwitz für die Erntekrone gebraucht, die gestern beim Politischen Erntedank des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wirklich restlos überzeugt hat. Denn jede einzelne Stunde ist dem Kunstwerk anzusehen, das die oberfränkische Landjugendgruppe gebunden und mit dem Bund der Deutschen Landjugend (BDL) nach Berlin gebracht hat.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner würdigte gleich zu Beginn das prachtvolle Gebinde, das die Dankbarkeit für die eingebrachte Ernte zeige, aber auch für die Offenheit der Jugend, ihren Mut zum Aufbruch und zur Tradition  stehe. Die BDL-Bundesvorsitzenden Kathrin Muus und Jan Hägerling wiesen im Gespräch mit der Ministerin darauf hin, dass die Erntekrone für die Landjugend auch eine Brücke ist, die Stadt und Land, Tradition und Moderne, Landwirt:innen und Nicht-Landwirt:innen verbindet.

„Mit ihr kommen die Landwirtschaft und die Menschen, die dahinter stehen, in den Blick. Was erreicht wurde, aber auch ihre Probleme. Junglandwirte und Junglandwirtinnen brauchen Planungssicherheit, sie brauchen Lösungen für die Zielkonflikte, sie brauchen Verständnis, Wertschätzung und müssen von ihrer Arbeit leben können“, so Kathrin Muus. Das sei auch zentral, um die von Julia Klöckner in ihrer Erntedank-Rede benannten kommenden Herausforderungen für die Landwirtschaft  zu meistern, sagte ihr Amtskollege Jan Hägerling – auch für die, dass junge Bäuerinnen und Bauern an ihre Zukunft glauben können müssen.

Vier ehrenamtlich Aktive von der Landjugend Zedtwitz haben die Erntekrone nach Berlin begleitet. Sie betonen, dass nicht nur das Binden der Krone, sondern auch die Arbeit der Landwirte und Landwirtinnen auf den Feldern gewürdigt werden muss. Sie sei ein Gemeinschaftswerk, das nur gelingt, wenn viele verlässlich mittun. Das gilt für die Ernte wie für das täglich Brot, auch wenn das schnell vergessen wird.

Hafer, Gerste, Weizen, Dinkel und Roggen stecken in dem Kunstwerk der Ortsgruppe der Landjugend Oberfranken, die ihr Wissen von Generation zu Generation an junge, interessierte Leute weitergibt und die ländliche Tradition des Bindens der Erntekrone auf diese Weise erhält. „Egal, ob das Schneiden des Getreides, oder das Bündeln und Binden selbst, alles verlangt Teamarbeit und eine Gemeinschaft, die dahintersteht und immer mit anpackt“, so die Landjugendlichen. Beim Nachrechnen, wie viel Zeit in diesem Brauchtum steckt, kommen sie auf  etwa 3.000 Arbeitsstunden, die insgesamt in die fertige Krone investiert wurden: „Dafür treffen sich im Durchschnitt zehn bis 20 Mitglieder der Landjugend Zedtwitz zwei- bis viermal pro Woche.“

Die BDL-Bundesvorsitzenden gratulieren den neuen Preisträger:innen der Prof. Niklas-Medaille, die gestern beim Politischen Erntedank ausgezeichnet wurden.