Abstimmung von daheim

Erste virtuelle Bundesmitgliederversammlung des BDL

Artikel 27.04.2020

Der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. hat am Wochenende Verbandsgeschichte geschrieben. Erstmals hatten die Delegierten das Haus nicht verlassen müssen, um gemeinsame Beschlüsse zu fassen und die Weichen für die kommende und die Nach-Corona-Zeit zu stellen. Kein ganz leichtes Unterfangen angesichts der ungleichen Digitalversorgung in den ländlichen Räumen.

Doch mit Courage und Gestaltungswillen, Geduld und Digitalkompetenz ist ihm gelungen, was im Februar noch undenkbar erschien. Als der Bund mit dem Covid-19 Abmilderungsgesetz den Weg zu verbindlichen digitalen Mitgliederversammlungen bereitet hatte, war der größte Jugendverband im ländlichen Raum vorbereitet und hatte zur virtuellen Bundesmitgliederversammlung eingeladen. 54 stimmberechtigte Delegierte aus dem ganzen Bundesgebiet wählten sich am vergangenen Samstag online ein und haben mit verbindlichen Beschlüssen die Zeichen auf Zukunft gesetzt.

Auch wenn das Netz nicht bei allen für Bewegtbilder ausreichte, die Telefonleitungen knarzten und die Abstimmungen aufgrund eines aufwendigen Authentifizierungsverfahrens langwieriger waren als jemals zuvor, war die Gemeinschaft spürbar. „Allen Widrigkeiten zu trotzen und als Verband virtuell zusammenzufinden war eine großartige Erfahrung. Sie hat Mut gemacht für die Herausforderungen, vor denen wir stehen“, sagte die Sitzungsleiterin der Bundesmitgliederversammlung und BDL-Bundesvorsitzende Kathrin Muus.

Ihr Amtskollege Sebastian Schaller pflichtete ihr bei: „Wir haben sicher weniger diskutiert als sonst. Aber wir haben gemeinschaftlich Zukunftspunkte gesetzt: Grüne Woche, Berufswettbewerb, virtueller Junglandwirtelunch, Tag des offenen Hofes 2021... Damit zeigen wir unseren Mitgliedern, aber auch der Gesellschaft, dass wir uns von der Corona-Pandemie nicht kleinkriegen lassen, dass wir zusammenstehen und unsere Zukunft auf dem Land gestalten werden“, so der BDL-Bundesvorsitzende.

Natürlich sei die Mitgliederversammlung angesichts der vielerorts lückenhaften Breitbandversorgung auf dem Land ein Wagnis gewesen. Aber Landjugend sei bekannt dafür, dass sie Probleme aus dem Weg räumt und nicht aussitzt, sagte der BDL-Bundesvorsitzende. Entsprechend habe der Bundesverband die anfällige Digitalversorgung schon bei der Planung berücksichtigt und sich eines Konferenzraumes bedient, der für Video wie auch Telefon funktionierte. Und die Delegierten der Landesverbände haben sich für möglichst stabile Kommunikationswege entschieden.

Am Ende hatte alles gepasst. Mit Ausdauer und Ernst hat die Landjugend bewiesen, dass sie digital kann, wenn man sie lässt. Auch wenn der BDL wie andere Verbände in dünn besiedelten Regionen mit schlechten Leitungen zu kämpfen hat und längst nicht alle Kommunikationsstränge nutzen kann, steht für ihn fest: „Wenn wir den Blick nach vorne richten, das große Ganze sehen und nach Lösungen suchen, werden wir die Zukunft auf dem Land gemeinsam gestalten.“