Gelungener Parlamentarischer Abend des BDL

Einfach machen

Artikel 04.03.2020

„Mit Mut für die Demokratie und die ländlichen Räume streiten. Das ist hier in Berlin gefordert, aber noch viel mehr daheim in den Dörfern und Regionen“, so Sebastian Schaller gestern beim Parlamentarischen Abend des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. Der Bundesvorsitzende sprach von dem Mut, der nötig sei, um in die Zukunft zu denken und selbst Verantwortung zu übernehmen. „Nur wer Mut hat, kann auch andere ermutigen“, stieß er die intensive und hochpolitische Auseinandersetzung an, bei der rund 20 Bundestagsabgeordnete mit 40 Landjugendlichen und weiteren Gästen auf Augenhöhe diskutierten.

Der größte Jugendverband im ländlichen Raum hatte dafür sechs Themen ausgewählt, die von B wie Beteiligung bis Z wie Zukunft der Jungwinzer und Junglandwirte reichten. Dabei ging es in immer neuen Gruppen je eine halbe Stunde teils heftig zur Sache. „Denn die Landjugendlichen fragen sich momentan oft, wie sieht unsere Zukunft auf dem Land aus? Wie werden sich Landwirtschaft und Weinbau verändern? Für uns geht es nicht um die Frage, ob es uns in Zukunft noch geben wird – dessen sind wir uns sicher. Aber wie? Werden wir noch Land- und Tierwirte, Winzer und Forstwirte sein?“, hatte die BDL-Bundesvorsitzende Kathrin Muus beim Parlamentarischen Abends gefragt.

Die Antwort, die sich in den agrar- und weinbaupolitischen Diskussionen des Abends durchsetzte, war ein klares Ja – ein klares Bekenntnis für die Land- und Weinwirtschaft – und für die Zukunft. Allerdings brauche es dafür Planungssicherheit und Klarheit darüber, welche Landwirtschaft die Gesellschaft will. Denn bei allen Herausforderungen, die beim Parlamentarischen Abend des BDL ebenso zur Sprache kamen, müssen Menschen in der Grünen Branche auch von ihrer Arbeit leben können.

Dazu braucht es nicht nur schnelles Internet auf jedem Feld und in jedem Stall, sondern auch eine intakte Infrastruktur für alle Menschen, die auf dem Land leben. Zu der gehört für die Landjugend auch ein öffentlicher Nahverkehr, der nicht an der Gemeindegrenze endet. Statt Kirchturmdenkens müssen Verkehrskonzepte an den Start, die intelligent verzahnt in großen Regionen funktionieren, stellte die Diskussionsrunde zur Daseinsvorsorge fest.  

Zum gleichen Schluss kam der Thementisch nebenan, wenn auch aus anderem Blickwinkel: Die bessere Vernetzung des ÖPNV sei auch für die Jugend(verbands)arbeit wichtig, ohne die es in den ländlichen Räumen nicht geht. Denn die Fahrzeiten gehen von der Zeit fürs Engagement ab. Das gilt auch für die Umsetzung bürokratischer Vorgaben. Die seien jede für sich gut und richtig, aber in der Praxis selbst organisierter Ortsgruppen eine riesige Herausforderung, an der das Ehrenamt ersticken könne. Daher sei es wichtig, die Vorschriften aus der Perspektive der ehrenamtlich Aktiven zu prüfen und sie aufs Ehrenamt anzupassen. Eine Forderung, die, an vielen praktischen Beispielen erklärt, beim Parlamentarischen Abend des BDL politische Unterstützer fand.

Trotz aller Meinungsunterschiede waren Parlamentarier, Gäste aus Verbänden und Ministerien wie die Landjugend selbst nach den Gesprächsrunden vom Parlamentarischen Abend angetan. „Das war ein spannender Austausch, der Mut gemacht und uns Brücken gebaut hat“, stellt der BDL-Bundesvorsitzende Sebastian Schaller fest.  „Und es waren Diskussionen, die sehr deutlich zeigen, dass sich Politik für die Jugend in den ländlichen Räumen interessiert“, ergänzt seine Amtskollegin Kathrin Muus. Den nächsten Parlamentarischen Abend veranstaltet der BDL im kommenden Jahr.

Zu den Bildern des Parlamentarischen Abends 2020.