Landwirtschaftsdialog mit Bundeskanzlerin in Berlin

Gemeinsam Umdenken

Artikel 02.12.2019
BDL

Einen Ruck hat die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. heute im Kanzleramt gefordert. „Es braucht einen Ruck in der Gesellschaft, um zu verstehen, dass Landwirtschaft ein wichtiger Bestandteil dieser Gesellschaft ist und um umzudenken, nämlich vom Selbstverständlichen zum Regionalen“, so Kathrin Muus heute beim Landwirtschaftsdialog mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in Berlin.

Die Regierungschefin hatte 40 landwirtschaftsnahe und den ländlichen Räumen verbundene Verbände eingeladen, um sich mit ihnen und Frau Bundesministerin Klöckner über die wesentlichen Herausforderungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft auszutauschen. Sie wolle Antworten mit und nicht gegen die Landwirtschaft finden.

In der Dialogrunde sagte Kathrin Muus, dass es einen Ruck brauche, um zu verstehen, „dass regionale Landwirtschaft unsere Chance und Ressource beim Abbau von Kohlendioxid ist, dass Ernährung mit regionalen Produkten aus gesundheitlichen und umweltschonenden Gründen vorzuziehen ist, dass Arbeit in der Landwirtschaft anderen Gesetzmäßigkeiten - wie z.B. dem Wetter unterliegt - als Arbeit im Büro und deshalb Unterstützung benötigt...“

Zugleich machte die BDL-Vorsitzende deutlich, dass auch durch die Landwirtschaft selbst ein Ruck gehen müsse: „Wir müssen verstehen, dass nicht alles, was Landwirtschaft tut, selbsterklärend ist. Da sind wir als Berufsstand gefragt. Wir müssen aber auch selbstkritisch mit unseren Verfahren umgehen, für Innovationen offen bleiben und uns von Fehlverhalten in der Landwirtschaft distanzieren“, sagte sie und verwies auf die Verbandsposition des BDL zum Umgang mit schwarzen Schafen, die auch die Kanzlerin in ihrer Antwort aufgriff, weil es wichtig sei, dass das gute Bild von der Landwirtschaft besser werde.

Bei dem Treffen im Kanzleramt wurde sehr deutlich, dass die Bundesregierung sich für die Landwirtschaft einsetzt und aktiv Brücken bauen will, um die Gesellschaft wieder zusammenzuführen. Denn die Landwirtschaft gehöre zu Deutschland wie die Industrie, sei ein Wirtschaftszweig, der rentabel wirtschaften müsse, sie sei Teil der Identität und Teil der Lösung, hieß es bei der Gastgeberin des heutigen Dialogs.

Der ist damit noch lange nicht zu Ende. Die Bundeslandwirtschaftsministerin kündigte weitere Dialogrunden auf unterschiedlichen Ebenen an, die Arbeit im Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung gehe weiter, die Wertschätzungskampagne für landwirtschaftliche Produkte und deren Erzeuger auch. Im Herbst 2020 wolle die Bundeskanzlerin den Dialog in dieser Runde fortsetzen. Fürs erste solle eine Zukunftskommission Landwirtschaft auf den Weg gebracht werden, sagte die Regierungschefin.