Junglandwirtelunch auf dem Deutschen Bauerntag

Echter Dialog statt halbe Wahrheit

Artikel 11.06.2019

„Wir als Junglandwirte und Jungwinzer wissen, dass unsere tägliche Arbeit einen Mehrwert für die Gesellschaft hat. Beispielsweise durch den Erhalt von Kulturlandschaften und die damit einhergehende Wertschöpfung durch Tourismus oder die Landschaftspflege sowie Förderung der Biodiversität“, so der stellvertretende Vorsitzende vom Bund der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. Doch Stefan Schmidt weiß auch: „Genau diese Aspekte müssen wir stärker nach außen tragen - selbstbewusst und transparent für jedermann.“

Darum heißt es in diesem Jahr beim Junglandwirtelunch auf dem Deutschen Bauerntag in Schkeuditz: „Raus aus der Defensive - Echte Landwirtschaft braucht echte Kommunikation“. Gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) bittet der BDL am 26. Juni 2019 um 11 Uhr den Berufsnachwuchs zu Tisch.

Wann und Wo? BDL-DBV-Junglandwirtelunch„Raus aus der Defensive - Echte Landwirtschaft braucht echte Kommunikation“am 26. Juni 2019 von 11 bis 12:30 Uhrim Rahmen des Deutsche BauerntagGlobana Trade Center Leipzig/Halle, Raum C-60

„Bei der Arbeit im Projekt Junglandwirte und auch bei uns im Verband merken wir, dass die Wahrnehmung der Landwirtschaft in unserer Branche und der Gesellschaft zunehmend auseinander driften“, sagt der stellv. BDL-Bundesvorsitzende: „Daher müssen wir uns selbstkritisch fragen: Reden wir eigentlich nur mit uns selbst und an der Gesellschaft vorbei?“

Die Landwirte und Winzer im größten Jugendverband im ländlichen Raum wollen raus aus der Filterblase. „Das ist leichter gesagt als getan. Viele junge Agrarier stehen an dieser Stelle  erstmal ratlos da“, stellt Stefan Schmidt fest. Daher sei es an der Zeit gemeinsam zu diskutieren, wie man als Landwirt oder Winzer am besten auftritt und welche Themen man transportieren möchte.

Um bei den Tischkussionen, wie der BDL die Diskussionen beim Essen nennt, das Eis zu brechen, haben sich die beiden Verbände Junglandwirt Christoph Becker eingeladen. Der junge Mann, der den elterlichen Schweinemastbetrieb in Niedersachsen übernommen hat, hat mehr als nur ein Loch in die Filterblase gesprengt. Dass der junge Mann seiner Zeit einen Schritt voraus ist, hat auch Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner gewürdigt, als sie ihm zum dritten Platz beim „Innovationspreis Tierwohl“ gratulierte.

„Herr Becker weiß, wovon er spricht, und scheut sich nicht, auch Forderungen an den eigenen Berufsstand zu stellen“, so Stefan Schmidt, der davon ausgeht, dass der Berufskollege mit seinem Input die Tischkussionen befeuern wird. „Es geht um Denkanstöße und Ehrlichkeit in der Sache, ohne die Landwirtschaft hierzulande keine Zukunft hat“, so der stellv. BDL-Bundesvorsitzende: „Um das Vertrauen der Gesellschaft zurückzugewinnen, müssen wir agieren und nicht reagieren.“