BDL zum 63. Mal auf der Grünen Woche

Brückenbau à la Landjugend

Artikel 15.01.2020
BDL / Gräschke

„Was wäre ein ErlebnisBauernhof ohne Landjugend? Ein Hof ohne Zukunft. Aber die Sorge ist unbegründet. Wir sind dabei. – Zwar mit dem kleinsten Stand in der Halle 3.2, aber der hat es in sich“, so Kathrin Muus, die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. Denn dort geht es vor allem darum, was junge Menschen auf dem Land bewegt: ihre Zukunft.

Zehn Quadratmeter auf der Internationalen Grünen Woche sind zwar nicht viel, aber sie reichen aus, um ein Stück Land auf das Messegelände nach Berlin zu holen. Und da in diesem Jahr die Bayerische Jungbauernschaft (BJB) den BDL-Stand ausrichtet, gibt es dort keine nackte Erde, sondern einen Maibaum. Der ist neben der Haltestelle, die jedes Dorf braucht, das zentrale Erkennungsmerkmal des Landjugendstandes (Standnr. 142).

„Wir wollen in der Hauptstadt Brücken bauen. So wie wir es in unserem Verband längst tun: Zwischen denen, die von der Landwirtschaft leben und um ihre Existenz bangen, und denen, die auf dem Land leben. Das funktioniert, weil jeder weiß, dass die Stadt nicht ohne das Land sein kann, genau wie das Land heute nicht mehr ohne schnelles Internet“, sagt der BJB-Landesvorsitzende Georg Rabl, der selbst auf dem ErlebnisBauernhof sein wird.

Gemeinsam mit seinen Mitstreitern bringt er ein typisches Stück des Landjugend­lebens mit nach Berlin: das Engagement, das zugleich Zukunftsrezept ist. Denn die jungen Bayern wollen in Berlin nicht nur mit Vorurteilen aufräumen, sie wollen auch mitgestalten. Darum haben sie den BDL-Stand nicht nur geplant und aufgebaut. Nein, sie sind selbst vor Ort, verbringen ihre Freizeit, ihren Urlaub dort, um mit den Messegästen ins Gespräch zu kommen und selbstbewusst zu zeigen, dass das Landleben Zukunft hat.

„Es geht um einen Perspektivwechsel. Wir setzen gern die Berliner Hipster-Brille auf und leihen den Besuchern im Gegenzug unsere Landjugendbrille. Dabei können beide Seiten nur gewinnen“, sind Kathrin Muus und Georg Rabl überzeugt. Damit das gelingen kann, haben sie ein Stück Dorfidylle voller Einsatz fürs Leben auf dem Land dabei. Sie hoffen, dass ihre BesucherInnen helfen wollen, die Dörfer lebendig zu halten. Sogar ganz praktisch direkt am Messestand. Wie? Das wird noch nicht verraten. Leise bleibt es dabei. Ganz anders als bei dem Jahrmarktklassiker, bei dem sich auch Hand anlegen lässt.

„Das ist zwar eine ungewöhnliche Art, um die ländlichen Räume mitzugestalten, aber so lassen sich Prioritäten setzen und Gespräche in Gang bringen“, ist der BJB-Vorsitzende überzeugt. Georg Rabl gehört zum ehrenamtlichen Standteam, das viele Abende in Ideen für und die Arbeit am Messeauftritt gesteckt hat. Er ist einer der gut 20 BJBler, die sich während der zehn Grüne-Woche-Tage den Standdienst teilen, um das Landjugendgefühl zu verbreiten und zu zeigen, dass das Land und die Landwirtschaft mit der Landjugend Zukunft hat.

Denn das ist für sie alle Herzens­sache. Darum werden sie auf dem ErlebnisBauernhof in Berlin auch auf die Grüne-Woche-Veranstaltungen des BDL aufmerksam ma­chen, bei denen es sich um die Zukunft der ländlichen Räume dreht. Dazu gehören der Junglandwirte-Kongress „Labelsalat – Brauchen wir neue Gütesiegel?“ (18.1. um 13 Uhr im hub27), das BDL-Jugendforum „Im Gespräch: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger“ (20.1., 13 Uhr im hub27- nur für BDL-Mitgliedsverbände) und die große BDL-Jugendveranstaltung (19.1., 10 Uhr im CityCube, Halle B mit der Weltpremiere des Theaterstücks „Undercover in Gummistiefeln“).

Der Bund der Deutschen Landjugend ist seit 1957 mit einem Stand auf der Grünen Woche vertreten. Seither richtet Jahr für Jahr ein anderer Landes­verband des BDL den Auftritt aus, so dass er aus dem Messegeschehen im Januar nicht mehr weg­zudenken ist. Mehr Informationen zum Landjugend­stand auf dem ErlebnisBauernhof bzw. zu dem Programm des BDL als größtem Jugendverband im ländlichen Raum gibt‘s unter www.landjugend.de.