Daumendrücken für den "Junglandwirt des Jahres"

BDL-Jurorin beim Ceresaward

Artikel 31.07.2019
BDL / Walz

Jetzt sind es nur noch drei: Axel Roth (23) aus Coburg, Magdalena Zelder (31) aus Wittlich-Bombogen und Hendrik Wolper (25) aus Einbeck-Salzderhelden stehen in der Kategorie Junglandwirte im CeresAward-Finale.

„So unterschiedlich ihre Betriebe auch sind, eins haben alle drei Bewerber gemeinsam: Sie brennen für die Landwirtschaft“, stellt Mara Walz fest. Die stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. gehört zur dreiköpfigen Jury in dieser Wettbewerbssparte. Gemeinsam mit ihren Mitjuroren hat sie die drei Junglandwirte, die es aus knapp 40 Bewerbern in die Endauswahl geschafft haben, besucht, um ihre Betriebe und Konzepte unter die Lupe zu nehmen.

In Bayern haben sie bei Axel Roth Station gemacht. Der junge Mann hatte vor zwei Jahren den Berufswettbewerb der deutschen Landjugend als bester Junglandwirt in Fortbildung für sich entschieden. Jetzt ist die Technik auf dem Familienbetrieb fest in seiner Hand. „Melkroboter, die Pflege und Wartung sämtlicher Maschinen auf dem Hof…“, zählt sie auf. Er versuche viele der Prozesse mit Routinen zu verbinden, um die Effizienz zu steigern, beschreibt die stellv. BDL-Vorsitzende knapp.

Auch die Frau im Finale ist für den BDL keine Unbekannte. Magdalena Zelder hat den größten Jugendverband im ländlichen Raum zwei Jahre lang geführt. Mit ihrem Mann hat sie in Rheinland-Pfalz einen Betrieb gekauft und dort die Milchviehhaltung erweitert. „Dazu kommen ein Hühnermobil und kleiner Hofladen, viele Kinder über das Projekt Lernort Bauernhof und viel Öffentlichkeitsarbeit, außerdem von Anfang an ein, zwei Auszubildende und viele Praktikanten“, berichtet Mara Walz.

In Niedersachsen traf die Jury Hendrik Wolper, der den Ackerbau- und Lohnbetrieb um einen Betriebszweig erweitert hat: Mehr als 2000 Hühner hält er in fünf Mobilställen, deren Eier er direkt ab Hof und über regionale Supermärkte verkauft. Der Junglandwirt nutzt die Legehennenhaltung aktiv, um Einblicke in die Landwirtschaft zu geben.

„Wie die beiden anderen Finalisten macht Hendrik sich nicht nur Gedanken darüber, wie sich die Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Gesellschaft verbessern lässt, sondern hat die Vermittlung seines Arbeitsalltags über das Internet und zum Anfassen auf dem Hof zum festen Bestandteil seines Konzepts gemacht“, urteilt BDL-Vize Walz. „Unfassbar, was manche schon in jungen Jahren erreicht haben, welche Ideen sie nicht nur haben, sondern auch umsetzen“, so die stellvertretende BDL-Bundesvorsitzende.

Jetzt müsse sie erst einmal die Gedanken ordnen, um gemeinsam mit den beiden anderen Juroren einen Gewinner zu küren. „Jeder der drei Finalisten macht einen guten Sieger, jeder hat das Land bewegt und sich für seinen eigenen Weg entschieden“, schildert Mara Walz das Dilemma der Jury: „Und: Jede Entscheidung für einen ist eine gegen eine oder einen“, bedauert sie: „Es freut mich aber, dass alle drei Finalisten schon heute öffentlich gut wahrgenommen werden, so dass ihre Konzepte für die Landwirtschaft der Zukunft bekannter werden.“

Die BDL-Jurorin, die gemeinsam mit Vertretern der Redaktion des dlz-agrarmagazins und des Sponsors Mitas die drei Finalisten besucht hat, kann unter dem Eindruck der letzten Tage nicht sagen, wer das Rennen für den CeresAward machen wird. Die Jungwinzerin aus dem BDL verweist auf die „Nacht der Landwirtschaft“ am 16. Oktober in Berlin, bei der der Schleier dieses Geheimnisses gelüftet wird.

Ob der beste Junglandwirt auch der „Landwirt des Jahres“ sein könnte, der aus allen Wettbewerbskategorien beim CeresAward gewählt wird, vermag sie nicht einzuschätzen. Doch die junge Frau drückt stellvertretend für den Bund der Deutschen Landjugend alle Daumen. „Das wäre ein überzeugendes Signal für den Nachwuchs, der die Zukunft der Landwirtschaft gestalten will“, stellt sie fest.

Der CeresAward wird in elf unterschiedlichen Kategorien vergeben, die die Bandbreite der heutigen Landwirtschaft abbilden. „agrarheute“ ist ideeller Träger und hat die Verleihung der Auszeichnung zum „Landwirt des Jahres“ bereits zum sechsten Mal ausgelobt.