Zwei Schlüssel für Vertrauen
Zwei Schlüssel so groß wie die Erwartung an echten Dialog: Auf der Grünen Woche hat Kuh Karla am Sonntag mit Bundesfamilienministerin und Bundeslandwirtschaftsminister den „Tag des offenen Hofes“ 2026 eingeläutet. Aber nicht bei einem Rundgang durch die Messehallen, sondern vor mehr als 2000 jungen Menschen aus den ländlichen Räumen, die zur Jugendveranstaltung des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. in den CityCube Berlin gekommen waren.
Das Maskottchen der Aktion „Tag des offenen Hofes“ genoss die große Bühne sichtlich, auch wenn sie sich diese mit den Verbandsspitzen von BDL, Deutschem LandFrauenverband (dlv) und Deutschem Bauernverband (DBV) teilen musste. Gemeinsam überreichten sie Bundesfamilienministerin Karin Prien und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer symbolisch jeweils einen Schlüssel für die bundesweite Aktion. Damit gaben DBV-Präsident Joachim Rukwied, dlv-Präsidentin Petra Bentkämper und die beiden BDL-Bundesvorsitzenden Theresa Schmidt und Lars Ruschmeyer das offizielle Startsignal für den „Tag des offenen Hofes“.
Die Schlüssel stehen für offene Hoftore und offene Gespräche. Denn in diesem Jahr laden Hofstellen und agrarische Betriebe in ganz Deutschland wieder Verbraucherinnen und Verbraucher ein. Landwirt:innen zeigen Ställe, Scheunen, Felder und Maschinen. Sie erklären Abläufe, beantworten Fragen und machen sichtbar, wie viel Wissen, Arbeit und Verantwortung in der Erzeugung von Lebensmitteln stecken.
Der „Tag des offenen Hofes“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von DBV, dlv und BDL und ihren Landesverbänden. Ziel ist Transparenz und Austausch. Landwirtschaft soll nicht erklärt werden müssen – sie soll erlebbar sein. „Das ist eine Einladung zum Hinsehen und Nachfragen. Wer über einen Hof geht, sieht schnell, dass Landwirtschaft keine Kulisse ist, sondern Alltag, Arbeit und Verantwortung – getragen von Menschen, die für gute Lebensmittel und lebendige Kulturlandschaften einstehen“, sagt die BDL-Bundesvorsitzende Theresa Schmidt.
Zugleich ruft sie Landjugend und Junglandwirt:innen zum Mitmachen auf. Ob Hofführung, Rad- oder Landlufttour, ob Feldrandaktion oder Einblick in einen Ausbildungsbetrieb – der „Tag des offenen Hofes“ lebt von Vielfalt und eigenen Ideen. Jeder geöffnete Betrieb stärke das Verständnis für das Leben und Arbeiten auf dem Land, sagt Schmidt.
Die meisten Landwirtschaftsbetriebe öffnen in diesem Jahr am zweiten Juniwochenende, denn das ist der verabredete Termin für das gemeinsame bundesweite Wochenende der Landwirtschaft. Der Auftakt dafür findet am 12. Juni in der Krabat Milchwelt in Wittichenau statt: im sorbischen Teil Sachsens. Natürlich gibt es weitere Termine: Wer wann seinen Hof öffnet, erfahren Interessierte im Frühjahr unter www.offener-hof.de, so dass jeder die Einladung von Landfrauen, Landwirten und Landjugend annehmen und vor Ort erfahren kann, wie Lebensmittel heute wachsen.
Bilder von der Veranstaltung gibt es hier.
Seit 1992 initiieren Deutscher Bauernverband, Deutscher LandFrauenverband und der Bund der Deutschen Landjugend alle zwei Jahre den „Tag des offenen Hofes“. Die Aktion zählt zu den größten Dialogformaten der deutschen Landwirtschaft. Sie wird von der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.
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Bis zum 20. Oktober 2024 können sich Jugendliche - zu zweit, zu dritt, in Gruppen oder Vereinen - für den Ernst-Engelbrecht-Greve-Preis 2025 bewerben. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie aus der Landjugend, der Feuerwehr, dem Sport, dem Naturschutz oder anderen Szenen kommen. „Was zählt, sind wegweisende Projekte.
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