Wer wird Junglandwirt:in des Jahres?
Vom Ackerbaubetrieb in Mecklenburg-Vorpommern über Weinbau an der Flensburger Förde bis zum Hofladen als Nahversorger eines ganzen Dorfes in Niedersachsen: Alle drei Finalisten der Kategorie Junglandwirt:in beim CERES AWARD 2026 kommen aus Norddeutschland. Ähnlichkeiten? Kaum.
„Von den rund 50 eingereichten Junglandwirt:innen erreichten drei aus dem Norden Deutschlands die Endauswahl“, sagt Anne-Kathrin Meister, die den Bund der Deutschen Landjugend (BDL) in der Jury vertritt. Gemeinsam mit den Juror:innen von agrarheute, der Jungen DLG und BASF besuchte sie die drei Finalisten auf ihren Höfen.
Der eine baut Ackerfrüchte an und entwickelt seinen Betrieb konsequent in Richtung regenerativer Landwirtschaft weiter. Der andere keltert Wein. Der dritte vermarktet den Großteil seiner Erzeugnisse direkt und sichert zugleich die Grundversorgung seines Ortes. „Jeder hat sich in seinem Bereich spezialisiert und war mutig genug, neue Wege zu gehen und den Betrieb immer weiterzuentwickeln“, fasst Meister ihre Eindrücke zusammen.
Der 27-jährige Jonas Karl Klänhammer aus Penkun (Mecklenburg-Vorpommern) hat seinen Betrieb noch während des Studiums gegründet. Heute verbindet er Ackerbau mit Mutterkuhhaltung und setzt konsequent auf Minimalbodenbearbeitung, Direktsaat und Mob Grazing. Nachhaltiger wirtschaften und gleichzeitig profitabel bleiben – daran arbeitet er jeden Tag. Dazu gehört auch der ruhige und stressarme Umgang mit seinen Tieren, die er auf Bestellung schlachtet. Er entwickelt seinen Betrieb Schritt für Schritt weiter und nimmt die Menschen dabei mit, indem er ihnen Einblicke in seine moderne, nachhaltige Landwirtschaft gibt.
Der 33-jährige Hanke Jensen aus Dollerup (Schleswig-Holstein) beweist, dass Weinbau nicht an den klassischen Anbaugebieten enden muss. Auch wenn der Ackerbau die Haupteinnahmequelle bleibt, hat er einen Weinbaubetrieb mit eigener Kellerei aufgebaut – nur wenige Kilometer von der Flensburger Förde entfernt. Konsequent setzt Jensen auf Qualität und Wertschöpfung aus einer Hand: Die Trauben wachsen auf dem eigenen Betrieb, gekeltert wird in der hofeigenen Kellerei, vermarktet werden die Weine ebenfalls selbst. Sein nächstes Ziel: Tafeltrauben aus dem hohen Norden.
Der 28-jährige Eike Alswede aus Gehrde (Niedersachsen) denkt Landwirtschaft konsequent vom Feld bis zum Einkaufskorb. Rund 70 Prozent seiner Erzeugnisse vermarktet er direkt – über Wochenmärkte und den eigenen Hofladen. Als Vollsortimenter sichert er die Nahversorgung im Ort. Gemüse, Obst, Eier sowie Schweine- und Rindfleisch stammen größtenteils aus eigener Erzeugung. Wer wissen möchte, wo seine Lebensmittel herkommen, kann den Betrieb besichtigen und sich selbst ein Bild machen.
Nun steht die schwierigste Aufgabe für die Jury an: Aus drei überzeugenden Persönlichkeiten einen Gewinner auszuwählen. „Jedes Mal ist es faszinierend, auf die Höfe zu kommen und die Begeisterung der Betriebsleiter:innen für den Beruf zu erleben“, sagt Meister. Die Jurorin der größten deutschen Junglandwirt:innen-Vertretung sagt: „Die drei machen Landwirtschaft auf ganz unterschiedliche Weise – aber jeder mit Überzeugung und einem klaren Plan für seinen Betrieb.“
Mit dem Einzug ins Finale gehören die drei bereits zu den besten Junglandwirt:innen im deutschsprachigen Raum. Wer den Titel Junglandwirt:in des Jahres 2026 erhält, wird erst bei der Preisverleihung für den CERES AWARD 2026 am 21. Oktober in Berlin verraten. Der Kategorie-Sieg ist zugleich die Eintrittskarte in die Endrunde um den Gesamttitel Landwirt:in des Jahres 2026, der am gleichen Tag an eine:n von sieben Kategoriesieger:innen geht.
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