Wenn der Stall zur Krisenzone wird
„Tierseuchen treffen Betriebe ohne Vorwarnung. Und dann läuft die Uhr: Tiere müssen gekeult werden, Märkte brechen weg, Existenzen geraten ins Wanken. Dafür braucht es klare Strategien, ehrlichen Austausch und Betriebe, die vorbereitet sind“, sagt Lars Ruschmeyer. Darum greifen der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) und der Deutsche Bauernverband (DBV) dieses Thema beim Deutschen Bauerntag 2026 in Freiburg auf. Gemeinsam laden sie am 25. Juni 2026 von 7:30 bis 9:00 Uhr zum Junglandwirt:innen-Frühstück zur Frage „Betriebe schützen heißt Zukunft sichern – wie sind wir für Tierseuchen gewappnet?“ ein.
Denn die Liste der Tierseuchen wächst. Nach drei Jahrzehnten ist die Newcastle-Krankheit zurück in Deutschland. Geflügelpest und Blauzungenkrankheit belasten Tierhalterinnen und Tierhalter. Die Afrikanische Schweinepest prägt betroffene Regionen teils über Jahre hinweg. Jeder neue Fall wirkt wie ein Stein im Getriebe der Landwirtschaft.
Junglandwirt:innen-Frühstück: Betriebe schützen heißt Zukunft sichern – wie sind wir für Tierseuchen gewappnet?
Für? Junglandwirt:innen
Wann? 25. Juni 2026 von 7:30 bis 9:00 Uhr
Anmeldung: bis 03.06.2026 per E-Mail an bauerntag@bauernverband.net
„Gerade junge Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter müssen wissen, was im Ernstfall zählt. Wer vorbereitet ist, schützt Tiere und die Zukunft des eigenen Hofes“, betont der BDL-Bundesvorsitzende Lars Ruschmeyer. Das gehe längst nicht nur einzelne Betriebe an, denn Tierseuchen hätten Folgen für ganze Dörfer, Regionen und Wertschöpfungsketten.
Einordnung kommt von Dr. Iris Fuchs. Die Präsidentin der Bayerischen Landestierärztekammer gibt einen Überblick über die aktuellen Herausforderungen im Tierseuchenmanagement und zeigt, wo die größten Risiken liegen. Dabei geht es auch um Prävention, Biosicherheit und Krisenkommunikation. Im Austausch soll es um die Umsetzung im Alltag gehen. Denn da stehen auf der einen Seite Regeln, Dokumentationspflichten, Biosicherheitskonzepte und auf der anderen Seite Arbeitsspitzen, Personalmangel, Wetter und Zeitdruck. Das Junglandwirt:innen-Frühstück bringt genau diese Perspektiven zusammen.
„Viele Betriebe beschäftigt dieselbe Frage: Wie groß ist das Risiko für den eigenen Hof und was lässt sich konkret tun? Genau darüber braucht es Gespräche ohne Filter und ohne Schönreden“, sagt der BDL-Bundesvorsitzende.
Das gemeinsame Frühstück lädt zum Austausch und zur Vernetzung ein. Dort treffen junge Schweinehalterinnen auf Geflügelhalter, Leute von Milchviehbetrieben auf Ackerbauern oder Tierärztinnen. Erfahrungen aus verschiedenen Regionen kommen an einen Tisch, um zu klären, wie ein Betrieb arbeitsfähig bleibt, wenn das Unerwartete eintrifft, welche Strukturen den Alltag tragen und im Ernstfall zur ersten Verteidigungslinie werden.
Gegründet, um jungen Landwirtinnen und Landwirten eine Plattform zu bieten, ist das Projekt ein Dauerbrenner. Denn es geht um Meinungs- und Erfahrungsaustausch, neue Kontakte zu Gleichgesinnten und Impulse für die Arbeit vor Ort - kurz: um die Stärkung des jungen Berufsstandes. Unterstützt wird das Projekt von der Landwirtschaftlichen Rentenbank.
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