Sonderzug zum Deutschen Landjugendtag nach Hameln
Wenn Ende Juni ein 300 Meter langer Sonderzug aus Oberschwaben Richtung Niedersachsen rollt, fährt darin weit mehr mit als Gepäck und Schlafsäcke. Der Zug bringt Ideen, Ehrenamt und Gemeinschaft zum Deutschen Landjugendtag (DLT) nach Hameln. Mehr als 300 junge Menschen aus dem süddeutschen Raum reisen gemeinsam zum größten selbstorganisierten politischen und kulturellen Treffen junger Menschen im ländlichen Raum.
„Der Sonderzug ist Landjugend pur“, sagt Lars Ruschmeyer, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL). „Er verbindet Regionen, Menschen und Perspektiven. Schon auf der Fahrt entsteht genau das, worum es beim Deutschen Landjugendtag geht: Austausch, Zusammenhalt und Lust darauf, Zukunft gemeinsam anzupacken.“
Vom 26. bis 28. Juni 2026 kommen fast 1.000 Landjugendliche aus dem Bundesgebiet in Hameln zusammen. Dort geht es mit einem Bundesminister und einer Staatssekretärin, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft um die Zukunft ländlicher Regionen.
Dass fast die Hälfte der Teilnehmenden gemeinsam mit dem Zug anreist, zeigt die besondere Kultur der Landjugend. Organisiert wird die Fahrt von rund 40 Ehrenamtlichen der Landjugend Württemberg-Hohenzollern (WüHo). Sie planten Zustiege, entwickelten ein kurzweiliges Programm und begleiten die 13-stündige Fahrt von Ravensburg ins Weserbergland.
„Der Sonderzug ist jedes Mal eine eigene kleine Welt“, sagt Daniel Hirschmann. Der WüHo-Vorsitzende weiß eins genau: „Menschen, die sich vorher nicht kannten, steigen ein und kommen als Gemeinschaft an. Davon hat schon mein Vater geschwärmt.“ Es gibt einen Tanzwaggon mit DJ-Pult und Lichtanlage, gesellige Spiele, Leute mit Bauchläden und etliche Überraschungen, die das Kennenlernen erleichtern.
Der Zug startet in Ravensburg und hält unter anderem in Biberach, Ulm, Augsburg, Stuttgart und Weinheim. Viele Mitfahrende nutzen die Reise bewusst, um neue Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen Landjugendlichen zu vernetzen.
„Der Deutsche Landjugendtag lebt vom Mitmachen“, so Ruschmeyer. „Und genau das zeigt der Sonderzug eindrucksvoll. Junge Menschen organisieren für junge Menschen eine Fahrt quer durch die Republik – ehrenamtlich, kreativ und mit enormem Einsatz.“
Auch für die Niedersächsische Landjugend (NLJ), die das Bundestreffen ausrichtet, gehört der Sonderzug fest dazu. „Wenn dieser Zug in Hameln einfährt, kommt nicht einfach eine Reisegruppe an“, sagt die NLJ-Vorsitzende Isabelle Pröstler: „Dann kommt ein Stück gelebte Landjugendkultur ins Weserbergland.“
Der Deutsche Landjugendtag findet alle zwei Jahre statt und ist seit 1950 eine der größten Veranstaltungen der Landjugend in Deutschland. Nach Tarmstedt 2016 richtet die Niedersächsische Landjugend das Bundestreffen nun erneut aus – diesmal in der Stadt des Rattenfängers. Dort warten unter dem Motto „…rattenscharf!“ Exkursionen, Diskussionen, Partys und Gemeinschaftsaktionen auf die Teilnehmenden.
Der Sonderzug und der 40. Deutsche Landjugendtag werden vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sowie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.
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