Protest in Brüssel

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JUNGE GENERATION DRÄNGT AUF STARKE GAP NACH 2028

(BDL/CEJA) Morgen protestieren Junglandwirt:innen am Rande des Europäischen Rates in Brüssel für eine ambitionierte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Die Staats- und Regierungschefs sollen die Zukunft der Landwirtschaft sichern. Die Europäische Union verhandelt derzeit ihren Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034. Ihre Entscheidungen wirken über Jahrzehnte. Sie stellen nicht nur die Weichen für den heutigen Berufsnachwuchs, sondern auch für folgende Generationen. 

Der europäische Landwirtschaftsnachwuchs fordert klare Zusagen. Politische Unsicherheit, hohe Kosten, schwankende Märkte und wachsende Auflagen belasten viele Betriebe bereits heute. Ohne verlässliche Förderung fehlt jungen Menschen die Perspektive, Höfe zu übernehmen oder neu zu gründen.

Der Europäische Rat der Junglandwirt:innen (CEJA) hat in den vergangenen zwei Jahren Vorschläge für eine ambitionierte Reform erarbeitet. Generationswechsel und die langfristige Tragfähigkeit der europäischen Landwirtschaft stehen dabei im Mittelpunkt. Die aktuellen Vorschläge der Europäischen Kommission zur GAP ab 2028 bleiben auch aus Sicht des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) hinter den Anforderungen zurück. 

CEJA-Präsident Peter Meedendorp betont: „Die Mitgliedstaaten müssen diese Chance nutzen und echten Ehrgeiz für die Zukunft der GAP und der Junglandwirt:innen zeigen. Fehlt diese Ambition für die GAP nach 2028, fehlen den Betrieben die Werkzeuge für ihre Arbeit. Damit werden nicht nur heutige, sondern auch kommende Generationen bestraft.“

Besonders kritisch sieht der agrarische Nachwuchs die unklare Steuerung über sogenannte nationale und regionale Partnerschaftspläne. Hinzu kommt der Wegfall eines verbindlichen Mindestbudgets für den Generationswechsel. Diese Kombination gefährdet die kontinuierliche Förderung tausender junger Betriebe in Europa und auch in Deutschland. Sie bedeutet einen Rückschritt nach Jahren, in denen gezielte Unterstützung mühsam erkämpft wurde. Zugleich widerspricht sie der kürzlich vorgestellten EU-Strategie zum Generationswechsel.

Die Junglandwirtinnen und Junglandwirte fordern daher eine insgesamt höhere finanzielle Ausstattung der GAP und eine verpflichtende, zweckgebundene Förderung für den Einstieg in die Landwirtschaft. Der Handlungsdruck ist hoch. Steigende Betriebsmittelpreise treffen auf sinkende Erzeugerpreise. Instrumente für den Umbau zu mehr Nachhaltigkeit fehlen. Geopolitische Spannungen und Handelskonflikte erhöhen die Unsicherheit. 

„Der angespannte Bodenmarkt, die strengen Dokumentations- und Nachweispflichten erschweren die Situation in Deutschland zusätzlich“, so die BDL-Bundesvorsitzende Theresa Schmidt. Sie betont: „Wer heute am GAP-Budget spart, spart an der Zukunft des ländlichen Raums. Europa braucht Junglandwirt:innen, die investieren, Verantwortung übernehmen und Lebensmittel erzeugen. Dafür braucht es klare Zusagen und verlässliche Förderung.“

Der BDL und CEJA setzen sich gemeinsam für eine starke Agrarpolitik und eine Landwirtschaft mit Zukunft ein. Vom Europäischen Rat erwarten die Junglandwirt:innen ein klares Signal aus Brüssel.
 

17. Dezember 2025

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