Landwirtschaft sichern, Dörfer stärken
Ende 2027 endet der aktuelle Haushalt der Europäischen Union. Seit Monaten wird über den neuen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) und damit auch die künftige Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 verhandelt. Mit seiner aktuellen Stellungnahme bringt der Vorstand des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) die Perspektive junger Menschen aus ländlichen Regionen und Landwirtschaft in die Debatte ein. Neben Fragen der Agrarförderung richtet er den Blick besonders auf die Förderung von Junglandwirt:innen und die Zukunft ländlicher Räume.
Der landwirtschaftliche Berufsnachwuchs steht unter Druck: Alte Förderstrukturen laufen aus, neue Systeme sind noch unklar. Inmitten dieses Umbruchs übernehmen sie Verantwortung für Betriebe, Familien, Tiere und die Versorgung ganzer Regionen. Damit Betriebsübernahmen und Existenzgründungen nicht im Wettbewerb um Finanzmittel mit anderen Bereichen der GAP untergehen, fordert der BDL-Bundesvorstand ein zweckgebundenes und verbindliches Budget für die Stärkung des Berufsnachwuchses.
„Dafür gibt es viele Vorschläge“, sagt die BDL-Vorsitzende Theresa Schmidt und zählt auf: „Die Verdoppelung der Junglandwirteprämie auf sechs Prozent, ein Starterpaket, eine Niederlassungsbeihilfe für Junglandwirt:innen und Existenzgründer:innen.“ Entscheidend dabei sei die nationale Ausgestaltung dieser Instrumente, bei der die familiäre Hofübergabe unbedingt berücksichtigt werden müsse. Sie sei noch immer der häufigste Weg der Hofnachfolge in Deutschland, so die Junglandwirtin.
BDL fordert eigenständiges Budget für ländliche Entwicklung
Bei der ganzen Debatte darf die Unterstützung der ländlichen Entwicklung nicht vergessen werden. Noch immer lebt die Mehrheit der deutschen Bevölkerung außerhalb großer Städte. Ländliche Regionen sichern Wertschöpfung, Energieproduktion und Lebensmittelversorgung.
Für den BDL ist das ein klares Argument für ein eigenständiges Budget im nächsten EU-Haushalt, hinkt doch die Entwicklung ländlicher Räume der in Metropolregionen deutlich hinterher. Doch Fehlanzeige. Genau diese Mittel scheinen in der kommenden GAP-Förderperiode unter die Räder zu geraten.
„Das wäre fatal“, warnt die BDL-Bundesvorsitzende: „Wir fordern die Bundesregierung auf, sich auf europäischer Ebene für ein gleichbleibendes Förderniveau stark zu machen.“ Eine stabile Finanzierung sei entscheidend für Infrastruktur, Daseinsvorsorge und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Schmidt verweist auf den Koalitionsvertrag, in dem sich die Regierungsparteien verpflichtet haben, gleichwertige Lebensverhältnisse zu sichern und ländliche Regionen gezielt zu stärken. „Diese Ziele müssen sich auch in der europäischen Agrarpolitik widerspiegeln“, sagt sie: „Deutschland muss sich in Brüssel aktiv für eine starke Agrarförderung und eine stabile Finanzierung ländlicher Räume einsetzen.“
Junge Menschen übernehmen Höfe, investieren und gestalten ihre demokratische Heimat gern: bei verlässlichen Rahmenbedingungen. „Lebenswerte ländliche Räume brauchen klare Leitplanken, stabile Förderinstrumente und langfristige Finanzierung“, sagt die BDL-Bundesvorsitzende und warnt davor, das Engagement im ländlichen Raum auszubremsen.
Die Stellungnahme zum Nachlesen: https://go.landjugend.de/gapab2028
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„Der Zusammenhalt ist uns wichtig“, unterstreicht die BDL-Bundesvorsitzende Theresa Schmidt: „Nur wenn wir gemeinsam anpacken und uns vor Ort einbringen, passiert auch was.“ Damit verweist sie zugleich diejenigen in ihre Schranken, die nur jammern oder meinen, jemand anderes müsse sich mal kümmern.


