Heiß, heißer, Landjugend
Beim 40. Deutschen Landjugendtag flimmerte die Luft. So heiß war es in den 76 Jahren, die es das Bundestreffen schon gibt, noch nie. Trotzdem füllten sich die Zelte und Bänke. Hunderte junge Menschen aus ganz Deutschland waren vom 26. bis 28. Juni ins Weserbergland gekommen. Mit dem Sonderzug, zu Fuß, mit der Bahn, dem Auto. Sie diskutierten und schwitzten, sie lernten Land und Leute kennen, knüpften Kontakte und feierten das Leben.
„Die Gäste erlebten das heißeste DLT-Wochenende ever. Sie alle haben der Hitze getrotzt, dank der Niedersächsischen Landjugend. Was ihre Leute aus Ehren- und Hauptamt geleistet haben: Zeltstadt auf- und abbauen, Kisten schleppen, Kabel ziehen, Wassernachschub organisieren, Essen und Getränke ausgeben, mit Pools für Abkühlung und gute Stimmung sorgen. Die NLJ hat alles getan, damit wir alle hier ein richtig gutes Wochenende haben. Dafür können wir uns gar nicht genug bedanken“, sagt Marthe Tiana Vellguth, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL).
Monatelang hatte die Niedersächsische Landjugend das Jubiläumswochenende vorbereitet. Zelte, Band, Essen, Exkursionen, ein rattenscharfes Programm und oben drauf eine Musikkapelle und eine Podcast-Aufzeichnung organisiert. Eine riesige logistische Herausforderung, alle Fäden zusammenzuhalten. Dazu gehörte auch der Weg der mehr als 300 jungen Menschen, die mit dem Sonderzug der Landjugend Württemberg-Hohenzollern gekommen waren, vom und zum Bahnhof.
Landjugendliche aus dem Süden reisten gemeinsam nach Niedersachsen und wieder zurück. Die 13-stündige Fahrt brachte sie zusammen. Für sie hatte der Deutsche Landjugendtag schon in der Nacht zum Freitag begonnen und endete erst am Sonntag um 22 Uhr. „Was die Sonderzug-Crew bei der Hitze im unklimatisierten Zug geleistet hat, damit alle gut und mit Spaß nach Niedersachsen und zurück kamen, verlangte enormen Einsatz“, würdigt Vellguth.
Einen besonders langen Atem bewies die Rheinische Landjugend. In dem aufgeheizten Veranstaltungszelt brachten sie am Samstagvormittag ihr komplett in Eigenregie entstandenes Theaterstück „Mission: ImPOTATO“ mit Tempo, Leidenschaft und viel Spaß auf die Bühne.
Blitzlichtartig und humorvoll reisten die Landjugendlichen unabsichtlich durch die Zeit von 1926 bis ins Jahr 2126. Sie griffen Themen wie Hunger, Krieg, Nachhaltigkeit und Verantwortung auf. Es wurde gelacht, mitgefiebert und am Ende lange applaudiert. Ihr Fazit war auch das des 40. Deutschen Landjugendtages: „Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können daraus lernen.“
„Die Rheinische Landjugend hat die Zukunft der Landwirtschaft und den Erhalt der Demokratie so thematisiert, dass das Publikum gelacht, mitgefiebert und mitgedacht hat. Das sprang direkt aufs Publikum über“, bedankt sich die BDL-Bundesvorsitzende Vellguth.
„Aus einer Wiese ist für drei Tage ein Stück Heimat und viel Jugendverbandsarbeit geworden“, resümiert Vellguth: „Weil Landjugend gezeigt hat, was sie am besten kann. Anpacken, wenn es schwierig wird und pragmatische Lösungen finden, aber auch sinnvoll Freizeit verbringen, Politiker:innen überzeugen, Freundschaften und Netzwerke pflegen und nicht zuletzt auch feiern. Gemeinsam haben wir gezeigt, was geht, wenn alle es wollen.“
Der Deutsche Landjugendtag gehört seit 1950 zu den größten Veranstaltungen der Landjugend in Deutschland. Gastgeberin war in diesem Jahr die Niedersächsische Landjugend. Gefördert wird das Bundestreffen vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat sowie der Landwirtschaftlichen Rentenbank.
Das könnte Sie auch interessieren:
„Agrarproteste? Nur für eine Schlagzeile gut?“ Das Motto des Junglandwirt:innen-Treffs überzeugte. Vom Berufsnachwuchs, der den Deutschen Bauerntag in Cottbus besuchte, fehlte kaum jemand. Trotz früher Stunde waren sie alle zur gemeinsamen Veranstaltung des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL)...
Bis zum 20. Oktober 2024 können sich Jugendliche - zu zweit, zu dritt, in Gruppen oder Vereinen - für den Ernst-Engelbrecht-Greve-Preis 2025 bewerben. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie aus der Landjugend, der Feuerwehr, dem Sport, dem Naturschutz oder anderen Szenen kommen. „Was zählt, sind wegweisende Projekte.
„Der Zusammenhalt ist uns wichtig“, unterstreicht die BDL-Bundesvorsitzende Theresa Schmidt: „Nur wenn wir gemeinsam anpacken und uns vor Ort einbringen, passiert auch was.“ Damit verweist sie zugleich diejenigen in ihre Schranken, die nur jammern oder meinen, jemand anderes müsse sich mal kümmern.


