Heimat ist kein Zufall

Viele junge Menschen von hinten. Wir bewegen das Land, steht auf einem der T-Shirts. Alle schauen auf eine Bühne, auf der Bundespolitik und BDL talkt.
© BDL / Gräschke
40. DEUTSCHER LANDJUGENDTAG IN HAMELN

Was hält junge Menschen auf dem Land – und was treibt sie weg? Beim 40. Deutschen Landjugendtag in Hameln hat der BDL Politik auf die Bühne geholt. Gemeinsam diskutierten sie am 27. Juni über Heimat, Demokratie und die Zukunft junger Menschen auf dem Land. 

Vor Landjugend aus der ganzen Republik eröffnete die BDL-Bundesvorsitzende Marthe Tiana Vellguth mit klaren Worten: „Heimat entsteht nicht von selbst. Wir bauen sie jeden Tag gemeinsam in unseren Dörfern und Gemeinden. Der BDL ist für junge Menschen der Ort, an dem sie zeigen können: Ich gehöre dazu. Ich gestalte mit." Ihr Stellvertreter Christian Leu ergänzte: „Wer Demokratie auf dem Land sichern will, muss mit denen reden, die dort leben. Und er muss ihnen zuhören. Zu oft passiert Politik über die Köpfe der Landjugend hinweg. Das wollen wir ändern."

Die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Wulf vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hob das Engagement der Landjugend als gesellschaftliche Kraft hervor: „Der Deutsche Landjugendtag zeigt eindrucksvoll, wie viel Gestaltungswille, Verantwortungsbewusstsein und Zusammenhalt in der Arbeit der Jugendverbände steckt. Wer die Zukunft ländlicher Räume gestalten will, muss jungen Menschen zuhören, ihnen Vertrauen schenken und ihnen echte Möglichkeiten zur Mitwirkung eröffnen. Die Landjugend zeigt genau diesen Willen zum Engagement, demokratisch und mit großer Leidenschaft für ihre Heimat.“

Barbara Otte-Kinast, Schirmherrin des Landjugendtags und Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtags, zeigte sich beeindruckt: „Euer Beitrag macht einen Unterschied – zwischen Stillstand und Entwicklung, zwischen Abwanderung und Perspektive. In Zeiten wirtschaftlicher Herausforderungen und globaler Veränderungen braucht es Mut, Kreativität und Teamgeist. Und genau das zeigt unsere Landjugend täglich. Seid euch sicher: Euer Engagement zählt nicht nur heute, es ist die Saat für morgen.“ Später stand sie nicht mehr auf der Bühne, sondern mitten im Gewusel der Zeltstadt. In der drückenden Hitze verteilte sie Wasser an die Teilnehmenden.

Abteilungsleiter Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, der kurzfristig für den Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat eingesprungen war, nahm den Begriff des Tages wörtlich: „Eine starke Heimat entsteht nicht von allein. Sie wächst dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Wer beim Landjugendtag unterwegs ist, spürt sofort: Hier sind junge Menschen, die für Heimat brennen und die Zukunft ländlicher Räume mitgestalten wollen. Die Landjugend steht für Zusammenhalt, Tatkraft und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – im Verein, im Dorf, in den Betrieben und vor Ort. Dieses Engagement macht unsere ländlichen Regionen stark und fit für die Zukunft.“

Dr. Holger Hennies, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, kennt die Herausforderungen junger Menschen auf dem Land aus der Praxis. „Die Landwirtschaft braucht Nachwuchs. Das stimmt.“ Er wies auf die überarbeitete Ausbildungsordnung hin, die sich gerade auf der Zielgeraden befinde. Gleichzeitig sieht er positive Entwicklungen: „Der Frauenanteil in der Ausbildung ist zuletzt auf 25 Prozent gestiegen. Das ist ein gutes Zeichen. Jetzt müssen diese Fachkräfte auch in Verantwortung kommen und in Positionen, wo sie sichtbar werden."

Die Themen des 40. Deutschen Landjugendtags spiegelten die Breite dessen, was junge Menschen auf dem Land bewegt: demografischer Wandel und die Entwicklung ihrer Heimat, grüne Berufe und Ausbildungsperspektiven, Engagement und auch Rechtsextremismus, dem sich der BDL seit Jahrzehnten klar widersetzt: Wer Heimat wirklich liebt, verteidigt sie gegen Hass. Der Verband steht klar für Toleranz, Vielfalt und eine offene Demokratie auf dem Land. Demokratie braucht Menschen, die sich einmischen. Der BDL fordert deshalb gezielte Förderung für zivilgesellschaftliches Engagement junger Menschen und eine Regionalpolitik, die Jugendliche als Akteure ernst nimmt.

Seit 1950 bringt der Deutsche Landjugendtag junge Menschen aus ganz Deutschland zusammen. Regelmäßig richtet einer der 18 BDL-Landesverbände das Bundestreffen aus. In diesem Jahr hat ihn die Niedersächsische Landjugend (NLJ) auf die Beine gestellt: Zeltstadt, Exkursionen, Festivalatmosphäre – organisiert bis ins Detail. 

27. Juni 2026

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