Endspurt für Kinderrechte
„Ob auf dem Land oder in der Stadt – Kinderrechte sind überall gleich wichtig. Sie gehören ins Grundgesetz“, fordert Christian Leu, stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) und Stimme für rund 100.000 junge Engagierte im ganzen Land.
Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Anerkennung, Entfaltung und Schutz. Sie sind gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft. Deutschland hat das mit der Ratifizierung der UN-Kinderrechtskonvention 1992 anerkannt – doch die Realität hinkt hinterher. „Egal ob bei der Reform des Schulsystems, der Zukunft der Rente oder der Krankenversicherung – es geht um unsere Zukunft. Doch junge Menschen dürfen nur zuschauen“, sagt Leu.
Die Petition „Kinderrechte ins Grundgesetz!“ will das ändern. Kinder sollen geschützt, gefördert und beteiligt werden. Es geht um die Garantie, dass Kinder und Jugendliche vor Gewalt, Vernachlässigung und Diskriminierung geschützt werden. „Ein Staat, der Kinder schützen und fördern möchte, braucht eine Verfassung, die Kinder und deren Bedürfnisse und Interessen ernst nimmt“, so der BDL-Vize.
Mit der Konstitution der Kinderkommission des Deutschen Bundestages wächst die Chance dafür. Der BDL hofft, dass sich der Unterausschuss intensiv mit der Petition beschäftigt – und alles daransetzt, Kinderrechte endlich im Grundgesetz zu verankern.
Junge Menschen sind eine Minderheit: 2021 lebten in Deutschland 8,3 Millionen Personen zwischen 15 und 24 Jahren – so wenige wie nie. Gleichzeitig ist die Gesamtbevölkerung auf über 83 Millionen gestiegen. Der BDL macht klar: Es geht nicht um ein Gegeneinander der Generationen. „Mehr Rechte für Kinder heißt nicht weniger Rechte für Eltern“, betont Leu. Staat und Eltern tragen gemeinsam Verantwortung für die nächste Generation.
Es liegen mehrere Vorschläge vor, wie der Gesetzgeber der Petition nachkommen soll. Der BDL fordert: Kinder müssen als eigenständige Grundrechtsträgerinnen und Grundrechtsträger anerkannt werden – nicht nur als Schutzobjekte. Viele Kinder können ihre Rechte bisher nicht selbst durchsetzen. Das Kindeswohl gerät so oft ins Hintertreffen. Kinderarmut, schlechte Bildungschancen und Gewalterfahrungen prägen zu viele Lebensläufe von Anfang an.
Deshalb setzt der größte Jugendverband im ländlichen Raum auf das Parlament. Die Bundesregierung hat Kinderrechte bisher nicht priorisiert. „Kinder müssen bei allen sie betreffenden Fragen mitreden können“, fordert Leu. Die Corona-Zeit habe schmerzhaft gezeigt, was passiert, wenn ihre Perspektiven fehlen.
„Wir sind Expert:innen in eigener Sache, egal ob es um Freiwilligendienste, Reform der Pflege, Wasserstoffausbau oder Klimaschutz geht. Junge Menschen waren noch nie so politisch interessiert wie heute“, wird Christian Leu deutlich. „Doch Beteiligung bleibt oft ein leeres Versprechen. Deshalb gehören Kinderrechte ins Grundgesetz. Unsere Meinung zählt. Junge Menschen verdienen Schutz, Mitsprache und Respekt“, unterstreicht er für den BDL.
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