BDL will Mobilitätsgarantie

Das Bild zeigt Plant, sowie Road surface, sowie Tree, sowie Asphalt, sowie Grass, sowie Shade, sowie Gas, sowie Landscape, sowie Road, sowie Tar.
VON BILDUNGSTICKET BIS RADWEG: WAHLFREIHEIT FÜR JUNGE MENSCHEN

„Mobilität entscheidet auf dem Land über Bildung, Arbeit und Teilhabe. Wenn Verbindungen fehlen, schrumpfen für junge Menschen Lebensräume und Lebenschancen. Vereinsamung nimmt zu“, stellte Anne-Kathrin Meister im Gespräch mit Bundesminister Patrick Schnieder klar. Sie vertrat den Bund der Deutschen Landjugend (BDL) in den vergangenen zwei Tagen beim Jugendbeteiligungsformat von Bundesverkehrsministerium und Deutschem Bundesjugendring „Von A nach Zukunft – Für eine jugendgerechte Mobilität“.

Dort hat sie sehr deutlich gemacht, dass Mobilität in dünn besiedelten Landstrichen abseits von Bahntrassen anders gedacht werden muss als in Ballungsgebieten. Oft sind Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr zu selten, zu langsam oder zu unflexibel, um den Alltag junger Menschen zu organisieren. Wo Wege weit sind, wo Anschlüsse und Alternativen fehlen, verlieren sie Zeit, Wege und Chancen, Freundeskreise und Netzwerke. „Der ländliche Raum ist kein Randgebiet der Verkehrspolitik und der Gesellschaft“, sagt BDL-Vize Meister: „Er ist ihr Realitätscheck. Mobilität beugt Einsamkeit vor, entscheidet über Chancen, Teilhabe und ein gutes Aufwachsen in eine demokratische Gesellschaft.“

Die Landjugend fordert deshalb eine Mobilitätsgarantie, die verschiedene Verkehrsträger vernetzt und junge Menschen unabhängig macht. Bus und Bahn müssen ländliche Regionen über Kreisgrenzen hinweg an Ballungszentren anbinden. Abseits der notwendigen dicht getakteten Schnellverbindungen könnten flexible Lösungen wie Anruf-Sammel-Taxis, Ruf- oder Bürgerbusse die Lücken schließen. Radwege müssen durchgängig, sicher beleuchtet und vom motorisierten Verkehr getrennt sein. Sharing-Angebote wie Carsharing oder Leihfahrräder dürfen kein Privileg der Städte bleiben. „Es braucht ein intelligentes Netz, das trägt – kein Sammelsurium aus Projekten, die nach Förderende versanden“, so die stellv. BDL-Bundesvorsitzende.

Die Landjugend-Forderungen umfassen ein bundesweit gültiges Bildungsticket für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstleistende und Juleica-Inhaberinnen und -Inhaber, gebührenfreie Fahrradmitnahme, barrierefreie Haltestellen, WLAN in Verkehrsmitteln sowie Sharing-Angebote auch im ländlichen Raum. Nachtbusse am Wochenende und die Unterstützung privater und ehrenamtlicher Fahrdienste gehören ebenfalls dazu.

Wirtschaftlichkeit darf beim Ausbau des Netzes nicht allein den Ausschlag geben. Aus Sicht des BDL muss Ziel und Maßstab darin bestehen, Menschen sicher und alltagstauglich zu mobilisieren. Gleichzeitig müssen die Verkehrssysteme Personen- und Gütertransport ermöglichen. Daher muss die Verzahnung von verschiedenen Mobilitätsangeboten sichergestellt werden, heißt es im größten Jugendverband im ländlichen Raum. Zugleich ist klar, dass es auf dem Land auf absehbare Zeit nicht ohne motorisierten Individualverkehr gehen wird.

Mehr Hintergründe im Landjugendmagazin
Die aktuelle Ausgabe des Landjugendmagazins BDLspezial zeigt, wie junge Menschen auf dem Land mobil bleiben – und was Politik, Planung und Praxis dafür tun müssen. Es nimmt Lösungen in den Blick, die Alltag, Klima und Lebensqualität zusammendenken: vom Azubishuttle bis zum Radweg-Check, vom Deutschlandticket bis zu Radwegen mit Zukunft. 

16. Dezember 2025

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